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Grevenbroich: Den Bürgern stinkt’s gewaltig

VON SEBASTIAN MEURER - zuletzt aktualisiert: 10.12.2007 - 21:30

Grevenbroich (NGZ). Barrenstein Industriebetriebe gibt es in unmittelbarer Nähe des Orts zwar schon seit Jahrzehnten: Derart gestunken wie in jüngster Zeit hat dies etlichen Barrensteinern bislang allerdings noch nicht - und das im buchstäblichen Sinne. Vor allem am Ortsrand habe die Geruchsbelästigung in den vergangenen Jahren extrem zugenommen, beklagen Peter Jopek, Hubert Sommer und zahlreiche Anwohner der Neuen Straße wie der Flothbachgasse.

Ihnen stinkt es gewaltig: (v.l.) Hans Devries, Heinz-Bernhard Devries, Peter Jopek, Heinz-Willi Kreuels, Heinz Brockmann und Hubert Sommer aus Barrenstein beschweren sich über häufige Geruchsbelästigungen.  Foto: NGZ
Ihnen stinkt es gewaltig: (v.l.) Hans Devries, Heinz-Bernhard Devries, Peter Jopek, Heinz-Willi Kreuels, Heinz Brockmann und Hubert Sommer aus Barrenstein beschweren sich über häufige Geruchsbelästigungen. Foto: NGZ

Der von den Bürgern - je nach Windrichtung - als besonders aufdringlich empfundene Gestank rührt nach ihrer Wahrnehmung vom Gelände des ehemaligen Erftwerks her. Kein Zweifel besteht für sie, dass es sich bei der Aleris Recycling GmbH um die Quelle handelt. Ganz schlimm sei es im November gewesen, berichten die empörten Barrensteiner, die zudem auch über starke Rauchentwicklung und einen erhöhten Lärmpegel auf dem Gelände des Aluminium-Recyclers klagen.

„Zunehmend öfter müssen wir erst den Finger in die Luft halten, bevor das Fenster aufgemacht wird“, berichtet Hubert Sommer. Angesichts des stechenden Geruchs haben sie in diesem Jahr ihre Wahrnehmungen detailliert protokolliert. Angesichts der in Barrenstein zu registrierenden Beeinträchtigungen fordern sie Feinstaubmessungen, wie sie etwa in Gustorf erfolgen: „Man sollte auch die Kleinen nicht vergessen“, betont Peter Jopek. „Es muss doch Anlagen geben, um das vernünftig zu filtern“, ist der Barrensteiner überzeugt. „Und wenn es mit dem Krach nicht besser wird, wollen wir Lärmschutz beantragen“, ergänzt Hubert Sommer. Keineswegs gehe es ihnen darum, Arbeitsplätze zu gefährden, so die Bürger, die Jopek zufolge nur eines im Sinn haben: „Wir wollen unsere Ruhe.“

Info
Aleris

Die Firma Aleris ist ein führender Anbieter von Aluminiumrecycling, Gusslegierungen sowie Aluminium-Walz- und -Pressprodukten. Das Unternehmen produziert weit über eine Million Tonnen Aluminiumprodukte an über 50 Standorten in Nord-, Südamerika, Europa und Asien.

„Wir sind den Beschwerden der Nachbarn nachgegangen, haben sie untersucht und konnten nichts finden“, sagt Roland Scharf-Bergmann, der Geschäftsführer der Aleris Recycling. Auf dem Firmengelände erfolgten regelmäßige Messungen, die Daten gingen dem Staatlichen Umweltamt zu, wobei „keine Unregelmäßigkeiten festzustellen sind“, wie Roland Scharf-Bergmann erklärt.

Zudem sei die Aleris Recycling in punkto Umweltschutz „eines der führenden Unternehmen in Deutschland und Europa“. Scharf-Bergmann weiter: „Wir machen uns Auflagen, die weit über das gesetzlich Notwendige hinausgehen.“ Der Geschäftsführer verweist in diesem Zusammenhang auf entsprechende Zertifizierungen: Als „eines von wenigen Unternehmen überhaupt“, sei es im Rahmen des von der Europäischen Union initiierten EMAS-Umweltmanagementsystem registriert, so Scharf-Bergmann: „Von daher glauben wir, dass es eine falsche Wahrnehmung war.“ Seine persönliche Sicht: Auf den Feldern in der Umgebung stinke es „mehr als im Industriegebiet“.

Was vom ehemaligen Erftwerksgelände ausgehende Geruchsbelästigungen betrifft, „lag vor einigen Monaten etwas vor“, erklärt Hans-Peter Schröder, Sprecher der Bezirksregierung Düsseldorf. Dabei habe es allerdings „keine konkreten Verstöße gegeben, die zu einer Ahndung führten“. Geruchsbelästigungen seien registriert worden, doch laut Schröder nur „in einem geringfügigen Umfang“. Derzeit liege bei der „Umweltüberwachung Standort Krefeld“ (der neue Name des einstigen Staatlichen Umweltamts) „keine aktuelle Beschwerde vor“. Hans-Peter Schröders Rat an die Bürger: „Wenn Belästigungen oder Staubentwicklungen aufgetreten sind, muss es gemeldet werden.“

Quelle: NGZ


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