Grevenbroich (NGZ). Der Künstler und Grafik-Designer Thomas Rolfes kritisiert mit seiner aktuellen Ausstellung den Tagebau – mit einem selbst erfundenen Helden: Georg von Garzweiler. Demnächst möchte er ein Indianerzelt für Hunde vermarkten.
Auch wenn er als Bildender Künstler wohl nicht reich werden wird, spricht Thomas Rolfes von seinem Traumberuf. "Die Kunst ist meine Berufung", sagt der gebürtige Grevenbroicher. In seiner aktuellen Ausstellung in der Galerie "Judith Dielämmer" an der Königstraße präsentiert der Grafik-Designer derzeit neben abstrakter und gegenständlicher Kunst auch Schlüsselszenen der mittelalterlichen Georgssage, in der es um den Helden Georg von Garzweiler geht. Eine Sage, die der Künstler selbst geschrieben hat. "Mir ist wichtig, dass hinter meinen Gemälden eine Geschichte steht, auch wenn ich sie selbst geschrieben habe", erzählt der 45-Jährige, der nach seinem Studium der visuellen Kommunikation mehrere Jahre freiberuflich als Multimedia-Berater und Grafik-Designer in verschiedenen Werbeagenturen arbeitete. Im Jahr 2000 machte sich der Grafik-Designer dann selbstständig, verdient sein Geld seitdem mit Web-Design, Illustration, Malerei und archäologischer Fundzeichnung: "Ich fand es attraktiv, zu Hause zu arbeiten. Ohne die Unterstützung meiner Lebensgefährtin, könnte ich mir die Ausflüge als Künstler aber gar nicht erlauben", gesteht Rolfes, der vor zwei Jahren in der Grevenbroicher Versandhalle seine erste Einzelausstellung hatte.
Ausstellung
Was Malerei, Objekte, und Fotokunst stellt der Künstler Thomas Rolfes noch bis zum 24. September aus.
Wann Die Ausstellung ist immer freitags, 18 bis 20 Uhr, geöffnet.
Wo Produzentengalerie "Judith Dielämmer", Königstraße 21, in Elsen.
Kontakt Tel. 02181 64530.
In seiner aktuellen, dritten Ausstellung, kritisiert Rolfes den hiesigen Tagebau in Garzweiler. "Die gekratzten Konturen meiner Gemälde sollen an Narben und Wunden erinnern, ähnlich wie sie auch der Natur und unserer Heimat zugefügt werden", sagt der 45-Jährige, der in den 90er Jahren in der Grunge-Band "Thermonuclear Fish" sang und mit seinen Bandkollegen einen Nummer Eins-Hit beim Radiosender "NE-WS 89.4" landete. Aber auch im Bereich Produktdesign ist Rolfes aktiv: Vor drei Jahren entwarf der naturverbundene Künstler ein sogenanntes Petwam, ein Indianerzelt für Hunde. "Wir haben uns damals einen Hund angeschafft und hatten kein Körbchen. Nach ersten Versuchen mit vier Cocktailstäbchen und einer Serviette, habe ich aus einer Decke und vier Pflanzstäbchen das erste bewohnbare Petwam für meinen Hund Santi gebaut", erinnert sich der Künstler. Dafür müssen sich doch Abnehmer finden lassen, dachte sich Rolfes und ließ das Hundezelt patentieren. Ab Oktober sollen die Petwams vermarktet werden. Ein Massenprodukt soll das Zuhause für Hunde aber nicht werden. "Zunächst produziere ich 100 Petwams in zwei verschiedenen Größen."In Grevenbroich habe er zwei Läden im Auge, einen Designerladen und einen Hundefriseur." Rolfes, der regelmäßig mit der "Chromosomen-Combo" in Clubs und Galerien unterwegs ist, um die Begleitmusik für Dichtung und politische Vorträge zu machen, hofft, dass seine Petwams ein Erfolg werden: "Ich hoffe, dass ich damit lange Durststrecken in der Kunst überbrücken kann."
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