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Grevenbroich: „Der steht gewaltig unter Strom“

VON WILJO PIEL UND JENS KRÜGER - zuletzt aktualisiert: 17.08.2006 - 21:48

Grevenbroich (NGZ). Grevenbroich Dass er derart in die Schusslinie geraten würde, das hätte Günter Mergel wohl nicht gedacht, als der Besitzer des „Hotels am Stadtwald“ in Delmenhorst ankündigte, seine Immobilie an den rechtsextremen Anwalt Jürgen Rieger verkaufen zu wollen.

Info

Hotel Montanushof

Nähere Informationen zum Hotel Montanushof an der Montanusstraße in der Innenstadt von Grevenbroich:

Zimmer 114
Betten 238
Tagungsräume 7
Eröffnung 1993
Plätze im Frühstücks- und Tagungsraum 200

Der wollte das Hotel zu einem Treffpunkt und Schulungszentrum für braune Parteigänger machen und löste in Delmenhorst einen Aufruhr in der Bevölkerung aus. Der Fall brachte Delmenhorst bundesweit in die Schlagzeilen.

Fast nur eine kleine Randnotiz: Günter Mergel ist auch geschäftsführender Gesellschafter der Betriebsgesellschaft, die das Hotel Montanushof unterhält. Einem Mitarbeiter des Delmenhorster Kreisblatts hatte der 64-jährige Mergel in dieser Woche erklärt, dass er noch zwei Jahre Pächter der Immobilie in der Grevenbroicher Innenstadt sei. Und weiter: „Das Geld, das ich da verdient habe, habe ich nach Delmenhorst geschleppt.“

Immerhin rund zwei Millionen Euro Schulden sollen nämlich auf dem „Hotel am Stadtwald“ lasten; eine Zahl von 3,4 Millionen Euro, die der Verkauf des leerstehenden Gebäudes einbringen könnte, steht im Raum.

Dass Mergel Chef der Betriebsgesellschaft des Montanushofs ist - verschiedene Quellen bestätigen das - heißt aber nicht, dass Mergel gleichzeitig auch Inhaber der Grevenbroicher Immobilie sein muss.

Der Name Günter Mergel ist in der Schloss-Stadt denn auch weitgehend unbekannt. Michael Pauly, Center-Manager des Montanushofs, weiß zwar, dass der umstrittene Delmenhorster das an „sein“ Einkaufs- und Freizeitzentrum grenzendes Hotel gepachtet hat, doch: „Wir hatten bisher noch keinen Kontakt - Gott sei dank, muss man da ja schon fast sagen“, so Pauly gegenüber der NGZ. Ansprechpartnerin sei für ihn nicht der Geschäftsführer der Betreibergesellschaft, sondern die Geschäftsführerin des Hotels, die in Grevenbroich ständig vor Ort sei.

Gemeint ist Andrea Dippner. Und die wundert sich denn auch über eine Frage, die ihr Anrufer in den vergangenen Tagen gestellt hätten: Man habe wissen wollen, ob sich rechtsradikale Gruppen in ihrem Tagungshotel treffen würden.

„Das ist natürlich absoluter Quatsch“, meint die Geschäftsführerin. Zwar bekäme das Hotel Montanushof - wie andere Bettenburgen auch - hin und wieder Anfragen aus dieser Richtung: „Doch das lehnen wir ganz klar ab. So etwas gibt es bei uns nicht.“ Was Günter Mergel betrifft, zeigt sich die Hotelfrau übrigens überraschend ahnungslos: „Den kenne ich überhaupt nicht.“

Weitere Nachfragen der NGZ bürstete Günter Mergel - der in Delmenhorst inzwischen Enfant terrible ist und in der Stadt Anlass gegeben hat für eine gewaltige „Unterschriftensammlung gegen Rechts“ - am Donnerstag unwirsch ab. Rechtsextremistische Tagungen im Hotel Montanushof gebe es nicht.

„Das können sie vergessen“, sagte der 64-Jährige, der inzwischen ein gewaltiges Stück zurückgerudert ist. Er habe sich mit der Stadt Delmenhorst auf den Verkauf des „Hotels am Stadtwald geeinigt“. Mergel: „Mehr brauchen Sie nicht zu wissen.“ Ende des Telefongesprächs.

Thomas Breuer, der als Redakteur des Delmenhorster Kreisblatts in der Sache Mergel recherchiert, erklärt: „Der steht gewaltig unter Strom.“

Quelle: NGZ


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