Grevenbroich (NGZ). Die Idee ist sympathisch: Ein Teil der Bahnstraße wird zur verkehrsberuhigten Zone. Fußgänger sollen dort künftig bummeln und Angebote der Außengastronomie genießen. Dieser Plan wird zurzeit in den Fraktionen diskutiert.
Zeitplan
Planung Das "Integrierte Handlungskonzept" soll am 5. Juli im Planungsausschuss diskutiert werden. Stimmt er zu, wird der Plan zur Entscheidung dem Rat vorgelegt – und zwar am 14. Juli.
Vorgehen Spätestens bis zum 29. Juli muss das Konzept der Bezirksregierung vorliegen.
Die Zukunft der Grevenbroicher City ist im Gespräch. Im Rahmen von Workshops und Diskussionen wurden in den vergangenen Monaten die Stärken und Schwächen der Innenstadt ausgelotet. Dieser Prozess mündete in einem "Integrierten Handlungskonzept", das jetzt von Mitarbeitern der Stadt- und Grundstücksentwicklungsgesellschaft (DSK) vorgestellt wurde. Zuhörer waren die Vertreter der Ratsfraktionen – einmal mehr hinter verschlossenen Türen.
Dabei stellt die DSK der City nicht einmal ein schlechtes Zeugnis aus: Nach Informationen der NGZ wird die Innenstadt in dem Konzept als "gut entwickelter Wohn-, Dienstleistungs- und Geschäftsbereich mit hohem Standard" beschrieben. Es wird aber Handlungsbedarf gesehen – vor allem auf der Bahnstraße zwischen dem Ostwall und dem Kreisverkehr an der Raiffeisenbank. In diesem Viertel könnte ein "Shared Space" entstehen, ein gemeinsam genutzter Raum.
Was hinter diesem Begriff steckt: "Die Straße soll ihr Gesicht komplett verändern", erklärt ein Politiker, der nicht genannt werden will. Das heißt: Der Abschnitt wird zur verkehrsberuhigten Zone ausgebaut, in der sich Autos nur im Schritttempo bewegen dürfen. Übrigens zusammen mit Fußgängern. Denn auf Gehwege soll verzichtet werden, zugunsten von Außengastronomie, Bäumen und einer hochwertigen Straßenbeleuchtung. Der Hauptverkehr soll über die Elsbachspange umgeleitet werden. Wird das Konzept umgesetzt, bleibt das Viertel für Busse gesperrt.
Neben der Umgestaltung des Platzes der Republik (Kirmesplatz) wird darüber hinaus die Fassadensanierung im "Bahnhofsviertel" als wichtige Maßnahme auf dem Weg zu einer properen Innenstadt genannt. Hierzu wird aber "ein hohes Maß an bürgerlicher Initiative" erforderlich sein, heißt es im Handlungskonzept. Bedeutet: Eigentümer und Händler sollen Geld in die Hand nehmen, um sich an der City-Gestaltung finanziell zu beteiligen.
Wie die Politik mit dem "Integrierten Handlungskonzept" umgehen wird, ist noch unklar – zunächst steht es in den Fraktionen zur Diskussion. "Am 5. Juli wird das Papier dann im Planungsausschuss behandelt", erklärt Rathaussprecher Andreas Sterken auf Anfrage. Will die Stadt in den Genuss von Fördergeldern kommen, muss sie spätestens bis zum 29. Juli einen Antrag bei der Bezirksregierung in Düsseldorf abgegeben haben.
Insider rechnen mit Gesamtkosten von zwei bis 2,5 Millionen Euro. Mit Spannung wird daher in politischen Kreisen auch die Reaktion des Kreises als Finanzaufsicht erwartet. Schließlich ist Grevenbroich Nothaushaltsgemeinde – und will auch noch ein Bad bauen.
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