Grevenbroich (NGZ). Frauen im Grevenbroicher Festzug – das hat's noch nicht gegeben. Am Sonntag war Premiere: "L'equipe noir" sorgte für Aufsehen in der Innenstadt. Zu den Amazonen zählte auch eine Ex-Schützenkönigin: Brigitte Straube.
Brigitte Straube hat das Schützenfest von seiner schönsten Seite kennengelernt: als Königin neben ihrem Ehemann Mario. Beide repräsentierten im Jahr 2001/02 den Bürgerschützenverein Grevenbroich, sie standen im Mittelpunkt von Bällen, Umzügen und Paraden. Am Sonntag mischte Brigitte Straube zum ersten Mal nach acht Jahren wieder aktiv im Festgeschehen mit – nicht an vorderster Front, sondern in der letzten Reihe. Dort bildete sie mit acht weiteren Amazonen des Orkener Korps "L'equipe noir" den krönenden Abschluss eines prächtigen Umzugs mit mehr als 1600 Aktiven. "Das war eine tolle Sache", freute sich die 52-Jährige, die strahlend ihre Premiere unter den schmucken Reiterinnen feierte: "Das muss wiederholt werden."
"L'equipe noir"
Gründungsjahr 2006
Uniform Schwarzes Jackett, schwarz-weiße Hose, Zylinder.
Aktive Mitglieder Andrea Königs, Sabine Ueberschär, Melanie Spahn, Jennifer Ueberschär, Nadine Fuchs, Esther Borsing und Brigitte Straube.
Zuganwärter Janina Kluge, Sabine Neumann und Anja Holz.
Gegründet wurde die schwarze Equipe bereits vor vier Jahren. "Die Idee entstand bei einer Geburtstagsfeier, in einer Weinlaune", erinnert sich Straube. Bei einem Gespräch über Pferde beschlossen Andrea Königs und Esther Borsing – beide sind seit Jahren begeisterte Reiterinnen – ein Amazonenkorps zu gründen. Der Beschluss wurde bald darauf in die Tat umgesetzt, gemeinsam mit Sabine Ueberschär und Melanie Spahn wurde "L'equipe noir" gegründet. Seit dem Jahr 2007 verschönern die Damen mit Zylindern und schwarz-weißen Reiteruniformen die Festzüge der Orkener Bürgerschützen, sie sind sowohl sonntags als auch dienstags zu Pferd dabei.
Und jetzt auch in Grevenbroich: "Wir mussten niemanden großartig überreden", erzählt Brigitte Straube lächelnd: "Nicht nur Oberst Joachim Schwedhelm, sondern auch das Königspaar Christoph und Sonja Oberbach waren begeistert von unserer Idee." Was die ehemalige Schützenkönigin besonders freut: Sie war zum ersten Mal bei einem Festumzug aktiv zu Pferd dabei. Denn anders als ihre Kolleginnen schwärmt Brigitte Straube zwar schon seit vielen Jahren von den edlen Vierbeinern, doch fest im Sattel hatte sie noch nie gesessen. Das hat die 52-Jährige nun intensiv nachgeholt – in Barrenstein wurde eine Reitstunde nach der anderen genommen: "Jetzt bin ich fit", meint die Ex-Regentin.
Obwohl es ein Amazonenkorps ist: Was das Feiern betrifft, unterscheidet sich "L'equipe noir" nicht sonderlich von Schützenzügen, die allgemein noch als Männerdomäne gelten. "Wir haben unsere regelmäßigen Versammlungen, unternehmen einmal im Jahr einen Ausflug, dessen Ziel geheim ist", berichtet Brigitte Straube. Ihre Zugkönigin ermitteln die Frauen beim sogenannten "Sommer-Shooting", im Winter wird die Geselligkeit bei der Weihnachtsfeier gepflegt. Und ihr "Zugmuli" ermitteln die Damen auch: "Das ist das Gegenstück zur Zugsau in Schützenzügen – wir sind schließlich ein Amazonenkorps", meint Brigitte Straube.
Das die Frauen beim gestrigen Umzug so gut vom Publikum aufgenommen wurden, freute die Ex-Königin: "Das fand ich richtig gut. Vor einigen Jahren wäre an so etwas gar nicht zu denken gewesen."
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