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Grevenbroich: Die rockenden Roman-Helden

VON WILJO PIEL - zuletzt aktualisiert: 09.02.2012

Grevenbroich (NGZ). Seit zwölf Jahren sorgt die Band "Stixx" für gute Laune auf den Bühnen der Region. Mittlerweile machen einige der Musiker auch "Karriere" als Roman-Helden. Sie tauchen in den Niederrhein-Krimis von Arnold Küsters auf.

Sie spielen nicht nur im richtigen Leben zusammen: Die "Stixx"-Musiker Wilfried Moll (l.) und Arnold Küsters spielen auch im neuen Niederrhein-Krimi "Totenstimmung" eine wichtige Rolle.  Foto:  Privat
Sie spielen nicht nur im richtigen Leben zusammen: Die "Stixx"-Musiker Wilfried Moll (l.) und Arnold Küsters spielen auch im neuen Niederrhein-Krimi "Totenstimmung" eine wichtige Rolle. Foto: Privat

In einem Waldstück bei Mönchengladbach macht die Feuerwehr einen grausigen Fund: eine junge Frau, die durch das Gift gefährlicher Raupen ums Leben kam. Die Polizei identifiziert sie als eine Vermisste, die in einer Wohngruppe für Behinderte lebte. Wenig später ermittelt Kommissar Simon Borsch in Hemmerden – bei Wilfried Moll, dem Leiter der Werkstatt für Behinderte (WfB).

Das ist der Plot des neuen Regional-Krimis "Totenstimmung", den Arnold Küsters soeben veröffentlicht hat. Für Kenner der Grevenbroicher Musikszene ist der Roman ein kleiner Leckerbissen: Denn wer die Coverband "Stixx" kennt, der kennt auch einen Teil der Protagonisten des neuen Buchs. Kommissar Borsch, der Held des Krimis, spielt in einer Band und ist begeisterter Mundharmonika-Spieler – genau wie Autor Küsters, der schon seit zwölf Jahren bei "Stixx" enthusiastisch in die Bluesharp bläst. Borschs Musiker-Kumpel "Wimo" heißt im richtigen Leben Wilfried Moll und zupft den Bass in der Grevenbroicher Gruppe. "Die Ähnlichkeiten sind natürlich alles andere als ein Zufall", lächelt Küsters.

Info

Arnold Küsters

Geboren 1954 in Nettetal-Breyell.

Familienstand verheiratet, ein Sohn.

Beruf Studierte Anglistik, Amerikanistik, Pädagogik und Psychologie. Seit 1986 ist Küsters als Journalist tätig, vor allem für den Westdeutschen Rundfunk und die ARD.

Bücher Bislang fünf Krimis, darunter "Lambertimord", "Maskenball", "MK Bökelberg" und "Schweineblut" im Piper-Verlag.

Und in Sachen "Totenstimmung" war "Wimo" sogar ein Glücksfall für den Schriftsteller: "Ich wollte in meinem Roman auch der Frage nachgehen, mit welchen Vorurteilen wir Behinderten begegnen – da war Wilfried Moll als Leiter der WfB für mich eine große Hilfe", sagt der 57-Jährige. Küsters besuchte mehrfach die Werkstatt, diskutierte mit seinem Band-Kollegen und suchte Behinderte an ihrem Arbeitsplatz auf. "Ganz ehrlich: Heute begegne ich diesen Menschen mit weniger Scheu als vorher. Es sind im Grunde ganz normale Leute, die lediglich besondere Bedürfnisse haben", sagt der studierte Psychologe und Sozialarbeiter. Er hofft, diese Erkenntnis nun den Lesern seines Romans vermitteln zu können.

Arnold Küsters ist zurzeit auf "Tournee" und stellt seine Neuerscheinung in der Region vor. Dabei hat er eines festgestellt: "Die Lieblingsfigur meiner Leser ist der Archivar Heinz-Jürgen Schrievers." Ähnlichkeiten mit "Stixx"-Bandleader Wolfgang Brandt, der seit Jahrzehnten das Grevenbroicher Stadtarchiv hütet, seien allerdings nicht beabsichtigt: "Schrievers ist ein 120 Kilo schwerer Typ, der am liebsten in Pantoffeln und Strickjacke zum Dienst erscheint – da gibt es keinen Zusammenhang", meint Küsters. Brandt finde sich vielmehr in der Figur von Klaus wieder, der die Bluesband in den Krimis leitet.

Live sind die Helden aus Arnold Küsters' Romanen wieder am 17. März zu sehen, dann spielt "Stixx" in der Alten Feuerwache zur mittlerweile zwölften "Verwaltungs-Rocknacht" auf. Und der Autor verspricht schon jetzt: "An diesem Abend wird alles andere als Totenstimmung herrschen."

Quelle: NGZ


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