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Grevenbroich: Ein Hauch von Afrika in alten Schlossmauern

zuletzt aktualisiert: 21.05.2006 - 22:32

Grevenbroich (NGZ). Hülchrath (barni) Afrikanisches Flair herrschte gestern rund um Schloss Hülchrath: Der zweite Afrika-Markt, organisiert von Albert Stromann und Leo Hermida, stieß trotz des unbeständigen Wetters auf große Resonanz.

 Alte Masken und wunderschöne Glasperlen gehörten zu den beliebtesten Objekten des Sammlermarktes. Überall ertönte der Klang von Trommeln, im Schloss war eine große Ausstellung mit afrikanischer Kunst zu sehen.

„Das Thema Afrika scheint doch mehr Leute anzusprechen als man glaubt“, stellte Mit-Organisator und Afrika-Fan Leo Hermida zufrieden fest. Die Besucher kamen in Scharen, obwohl die Wolken auf eine „Regenzeit“ hindeuteten. Statt Fritten und Bratwurst gab es Beignets, süße Teigbällchen aus dem Senegal.

Rund 25 Stände lockten die Afrika-Freunde an. Die nahmen die Waren kritisch unter die Lupe, verglichen Angebot und Preise. Renate Massia aus Grevenbroich kaufte bei Frans Dirkx aus Holland erst dann die Perlen, als sie festgestellt hatte, dass die Konkurrenz deutlich teurer war.

„Ich fühle mich sehr der afrikanischen Kultur verbunden“, so die Grevenbroicherin. Heinz Schulze aus Düsseldorf ist bereits 35 Mal in Afrika gewesen - einige besonders wertvolle Figuren hatte er nur zur Ansicht mitgebracht. Verkäuflich waren dagegen die großformatigen Bilder - die Porträts von Massai-Kriegern hatte Dieter Breiholz, Oberstudienrat in Altersteilzeit aus Darmstadt, vor Ort gemalt. Mit dem Erlös finanziert der 61-Jährige seinen nächsten Afrika-Trip. „Die Massai haben mich immer schon begeistert.“

Mikao stammt aus dem Kongo und lebt jetzt in Köln. In Hülchrath bot sie gestern Rastalocken zum Kauf an. Die Aufbewahrungsbehälter aus Botswana erinnerten an Körbe, wie sie Schlangenbeschwörer bei sich haben - in Afrika wird in ihnen Getreide aufbewahrt. Musa aus Ghana bediente seine Kunden in einem traditionellen afrikanischen Gewand, einer Djelaba und wenn mal nicht so viel zu tun war, spielte er auf einer Djembe, einer afrikanischen Trommel.

Die uralten Masken und Figuren bildeten einen starken Kontrast zu den bunten Plastikkörben, in denen sie feilgeboten wurden. Herbert Stromann weiß, warum sie zum Verkauf freigegeben wurden: „Sie sind abgenutzt und wurde als Kultgegenstände für die unterschiedlichsten Riten ausgemustert.“

Eine Furcht einflößende Maske aus Holz war bereits für 40 Euro zu haben. Südafrikanische Weine und Liköre gehörten ebenso zum Angebot wie handbemalte Tücher aus Ghana, die Heji aus Gambia anbot. Auf einem waren lauter Löwen zu sehen. Hans Wende, Afrika-Galerist aus Düsseldorf, bot in der „Alte Burgschänke“ afrikanische Kunst - oft dort für religiöse Zwecke gefertigt - von 20 bis 20.000 Euro an.

Quelle: NGZ

 
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