Grevenbroich (NGZ). Herbert London ist der erfahrenste Taxifahrer Grevenbroichs. 1972 gründete er sein Taxiunternehmen – um Gäste seiner damaligen Kneipe nach Hause fahren zu können. Auch nach 38 Jahren ist sein Tatendrang ungebremst.
Es war eine spontane Idee, die Herbert London (78) dazu brachte, 1972 ein eigenes Taxiunternehmen zu gründen. Als Inhaber einer Gaststätte an der Düsseldorfer Straße wollte London einen besonderen Service für seine Gäste bieten. "Ich wollte dafür sorgen, dass meine Kunden ihr Auto stehen lassen konnten und sie trotzdem sicher nach Hause kamen", sagt der Grevenbroicher mit Blick zurück. "Also habe ich ein Taxiunternehmen gegründet." Das Taxi-Angebot kam bei den Gästen sehr gut an, die Nachfrage wurde immer größer. Schnell mussten zusätzliche Fahrzeuge angeschafft werden.
Die Taxizentrale
Insgesamt neun Taxiunternehmer sind in der Funktaxizentrale Grevenbroich zusammengeschlossen. 25 bis 30 Fahrzeuge sind rund um die Uhr im Einsatz. Kunden können ein Taxi unter % 3333 anfordern. Für einen zeitlich optimalen Ablauf weist die Taxizentrale den Fahrgästen immer den Taxifahrer zu, der am besten verfügbar ist und am schnellsten vor Ort sein kann.
Erfolgsstory begann vor 38 Jahren
Mit der kommunalen Neugliederung nahm London das Angebot an, mit seinen Fahrzeugen in der Funktaxizentrale Grevenbroich einzusteigen. Heute, 38 Jahre nach der Gründung seines Taxiunternehmens, kann Herbert London auf eine erfolgreiche und unvergessliche Zeit zurückblicken. London ist in Grevenbroich der Taxifahrer mit der größten Erfahrung. "Ich kann gar nicht genau sagen, wie viele Kilometer ich in meinem Leben schon im Taxi unterwegs gewesen bin", sagt London. Was er weiß: Ein Taxi, das in Grevenbroich rund um die Uhr unterwegs ist, erhöht die Anzeige auf dem Tacho pro Jahr um rund 100 000 Kilometer.
Wenn Herbert London einen Fahrgast in Grevenbroich von A nach B befördert, braucht er keine technischen Hilfsmittel. "Das Navigationsgerät brauche ich nur manchmal für Fahrten außerhalb Grevenbroichs", erzählt London, "hier in der Stadt kenne ich fast jeden Kanaldeckel.
Einige Fahrten sind dem Grevenbroicher in den vergangenen 38 Jahren in besonderer Erinnerung geblieben. Ein Beispiel: "Es stieg ein Kunde ein, der wollte sofort nach Amsterdam gebracht werden", blickt London zurück. "Ich musste ihn aufklären, dass dieses Fahrt 400 bis 500 Euro kosten würde, er musste aber geschäftlich dringend dorthin."
So fuhr London die rund 250 Kilometer von Grevenbroich bis nach Amsterdam. Auch an eine Fahrt, bei der eine hochschwangere Frau fast im Taxi ihr Kind zur Welt gebracht hätte, denkt der Grevenbroicher immer wieder gerne zurück. "Ich konnte die Frau gerade noch rechtzeitig ins Krankenhaus bringen", sagt Herbert London, der sich laut eigener Aussage in Zukunft allmählich aus dem Fahrbetrieb zurückziehen wird.
Der Taxiunternehmer wird der Taxizentrale aber in anderer Tätigkeit erhalten bleiben. "Ich werde die Funkabteilung leiten und überwachen – zum Wohle unserer Kunden und Bürger", meint der 78-Jährige. Eine neue Zeit, die für London zu Beginn "gewöhnungsbedürftig" wird. Eins steht für London aber fest: "Einfach nur Zu Hause vor dem Fernseher sitzen, das kann ich nicht. Ich brauche die Arbeit."
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