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Grevenbroich: Eklat im Stadtrat: SPD wettert gegen Gand

zuletzt aktualisiert: 24.04.2010

Grevenbroich (NGZO). Ursula Kwasny betrachtet die Angelegenheit als Chefsache: Anträge der Ratsfraktionen sollen künftig zügiger als bisher von der Verwaltung bearbeitet werden. "Das verspreche ich", sagte die Bürgermeisterin jetzt im Stadtrat. Kwasny hat dafür eigens ein neues Verfahren erarbeitet, das die Fraktionen zufriedenstellen soll. Dennoch kam es im Rat zum Eklat.

Im Vorfeld hatten sich Politiker darüber beschwert, dass ihre Anträge in der Vergangenheit zum Teil nicht bearbeitet worden seien. Die FDP machte dies sogar zum Gegenstand eines neuen Antrags. Vorsitzender Manfred Hermanns forderte die Bürgermeisterin dazu auf, endlich in dieser Sache tätig zu werden. Im Vorfeld der Sitzung – in einem NGZ-Bericht – hatte sich auch CDU-Fraktionschef Norbert Gand über die schleppende Bearbeitung von Anträgen beklagt, er stellte sich aber vor die Verwaltungschefin.

Dass Gand bei dieser Gelegenheit darauf hingewiesen hatte, dass vielfach SPD-Leute in den verantwortlichen Positionen der Verwaltung säßen, brachte im Rat die SPD in Rage. "Das ist eine Diffamierung", wetterte Fraktionsvorsitzender Horst Gerbrand, der sein CDU-Pendant dazu aufforderte, "Ross und Reiter zu nennen" oder sich zu entschuldigen. Gand trage seinen Frust gegenüber den Sozialdemokraten auf den Rücken der Rathaus-Mitarbeiter aus, schimpfte Edmund Feuster (SPD). Dies gefährde auch die gerade begonnene parteiübergreifende Zusammenarbeit im Stadtrat, warnte er: "Damit machen Sie einiges kaputt."

Norbert Gand konterte, dass unter Bürgermeister Hans Gottfried Bernrath und Stadtdirektor Heiner Küpper viele SPD-Mitglieder eingestellt worden seien. "Das haben die nicht gemacht, um es schwieriger, sondern um es einfacher im Rathaus zu haben", meinte er. Gand erklärte, dass er keinem Angestellten oder Beamten unterstelle, seine Pflicht zu vernachlässigen: "Aber es darf doch erlaubt sein, zu sagen, dass es Mitarbeiter anderer Coleur gibt." Ursula Kwasny stellte sich vor die Beschäftigten der Verwaltung: "Für mich ist die Coleur nicht wichtig. Was zählt, ist, dass ich eine korrekte Information bekomme, auf die ich mich verlassen kann."

Quelle: NGZ/dhk

 
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