Grevenbroich (NGZ). Grevenbroich Wird das Schlossbad abgerissen und neugebaut? Oder wird es modernisiert? In dieser Frage ist die Stadt seit Anfang Mai keinen Schritt weitergekommen. Zwar hat die Projektgruppe VA aus Hannover dem Bäderausschuss die Pläne und Kosten für beide Varianten auf den Tisch gelegt (die NGZ berichtete), doch seither ist es ruhig um das Projekt geworden.
Zu ruhig, wie Rosemarie Cremer, eine der beiden Vorsitzenden des Gremiums, beklagt: „Seit Wochen herrscht bereits Stillstand, obwohl es jetzt eigentlich weitergehen müsste - damit uns die Zeit nicht wegläuft“, erklärt die SPD-Ratsfrau. Das Problem: Den Politikern fehlen grundlegende Zahlen für eine Entscheidung. Konkret: „Wir wollen wissen, was der Stadt der Betrieb eines neuen oder sanierten Schlossbades kostet. Wir brauchen eine Wirtschaftlichkeitsberechnung, die wir auch der Finanzaufsicht vorlegen können“, unterstreicht Cremer.
Nach den Berechnungen der Planungsgruppe VA liegen die Kosten für eine Modernisierung des Bades bei rund 8,4 Millionen Euro, ein Neubau schlägt mit 12,7 Millionen zu Buche. Die Betriebskosten beider Varianten sind jedoch nach wie vor unbekannt. Anfang Mai hatte Stadtkämmerin Monika Stirken-Hohmann den Mitgliedern des Bäderausschusses in Aussicht gestellt, die Zahlen in Kürze vorzulegen - und darauf warten sie bis heute.
Neuer Vorsitzender
Josef Theisen hat zum 1. August nicht nur seinen Chef-Posten der CDU-Fraktion niedergelegt. Er wird auch als Vorsitzender des Grevenbroicher Bäderausschusses zurücktreten. Die Union muss nun einen Nachfolger für Theisen benennen, der gemeinsam mit Rosemarie Cremer das Gremium leitet. Voraussichtlich in der August-Sitzung des Rates soll diese Umbesetzung vorgenommen werden.
„Die Verwaltung ist bemüht, die Kosten detailliert darzulegen, womöglich dauert es deswegen so lange. Außerdem ist die Stadtkämmerei derzeit mit den Vorbereitungen für das Neue Kommunale Finanzmanagement sehr beschäftigt“, versucht (Noch-) Vorsitzender Josef Theisen (CDU) einen Erklärungsversuch. Andererseits hält der Südstädter es auch für möglich, dass das Thema Schlossbad im Rathaus nicht mit allzu großem Nachdruck behandelt werde - „nachdem die Pläne des Bürgermeisters in Neurath kläglich gescheitert sind“.
Was die Wirtschaftlichkeitsberechnung betrifft, herrscht im Rathaus relative Ratlosigkeit: Die Kämmerin ist in Urlaub, ebenso der Erste Beigeordnete Michael Heesch - und Presseauskünfte gibt nur der Bürgermeister, der jedoch nicht zu erreichen ist, hieß es gestern auf Anfrage der NGZ aus dem städtischen Kommunalbüro. Kurzum: Sachkundige Auskünfte sind momentan nicht möglich.
Rosemarie Cremer will das Schlossbad nun wieder auf die politische Schiene bringen: „Nach der Sommerpause werden wir das Thema auf die Tagesordnung setzen - wir wollen Zahlen haben und zwar dringend. In der Stadt muss sich endlich wieder mit Sachpolitik beschäftigt werden. Und viele Grevenbroicher wollen wissen, was aus der beliebten Freizeitstätte wird“, so die Sozialdemokratin.
Nach Schätzungen der VA-Planungsgruppe würde ein Neubau des Schlossbades zwischen 14 und 17 Monate in Anspruch nehmen. Das Verfahren vor dem Bau wird etwa ein bis anderthalb Jahre andauern. In unmittelbarem Zeitdruck sieht Josef Theisen die Stadt allerdings nicht: „Sicherlich sollte bald eine Entscheidung getroffen werden. Andererseits lässt es sich im Schlossbad noch recht gut schwimmen.“
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