Grevenbroich (NGZ). Grevenbroich Alles schien im wahrsten Sinne des Wortes unter Dach und Fach zu sein. Der Trägerverein der freien Montessori-Grundschule Mandolim hatte nach jahrelanger Suche und einigen Rückschlägen endlich ein Gebäude gefunden, in dem der Schulbetrieb mit Beginn des Schuljahres 2006/2007 hätte starten können.
Als sehr geeignet wurden die Räumlichkeiten des Evangelischen Gemeindezentrum der Matthäus-Kirche in der Grevenbroicher Südstadt bezeichnet. Ein Investor war gefunden, der die Immobilie erwerben und den Trägerverein als Mieter einsetzen wollte (die NGZ berichtete).
Doch nun steht wieder alles auf der Kippe. „Der Investor ist abgesprungen“, sagt Jupp Kirberg, Vorsitzender des Fördervereins. Die Kosten seien ihm schließlich doch zu hoch gewesen. Seine Enttäuschung darüber kann er nicht verbergen. Doch den Kopf in den Sand stecken - das kam nicht in Frage. Und so ging die Suche nach Geldgebern gleich weiter.
„Zurzeit stehen wir in Verhandlung mit einem Kreditinstitut“, informiert Kirberg. Er hofft, dass die Verhandlungen zügig vorangehen. Ob das Kreditinstitut die bevorzugte Immobilie nun erwirbt, einen annehmbaren Kredit anbietet oder aber einen neuen Investor findet, darüber kann Kirberg zum jetzigen Zeitpunkt keine Auskunft geben. Doch der Ramrather ist zuversichtlich, dass bald Entscheidungen fallen.
Und das ist notwendig, bevor den Montessori-Anhängern die Immobilie vor der Nase weggeschnappt wird. „Natürlich haben wir auch andere Interessenten“, sagt der für die Matthäus-Gemeinde zuständige Pfarrer Hans-Jürgen Ziegenhagen. Allerdings macht er keinen Hehl daraus, dass ihm die Nutzung der Gebäude als Schule durchaus gefallen würde.
„Es wäre sehr ärgerlich, wenn uns das Gemeindezentrum durch die Lappen ginge“, sagt Jupp Kirberg. Das wäre nicht das erste Mal, dass sich der Trägerverein von einem geeigneten Gebäude verabschieden müsste. „Wir haben jahrelang versucht, im Neusser Süden unterzukommen“, berichtet Kirberg. Mögliche Standorte waren das Reuschenberger Schloss sowie eine Schule in Holzheim. Auch die ehemalige Landwirtschaftsschule in Grevenbroich war im Gespräch.
Nun geht das Hoffen und Bangen weiter. Geplant ist, zwei Eingangs- „Einheiten“ à 25 Kinder im Alter von sechs bis zehn Jahren einzurichten. „Interessenten haben wir genug“, so der Fördervereins-Vorsitzende. Schließlich bediene die Schule ein großes Einzugsgebiet, das nicht nur Grevenbroich umfasse, sondern auch Neuss, Jüchen und Rommerskirchen.
Eine zweite reine Montessori-Grundschule ist nur noch die Salvator-Schule in Nievenheim. Für heute Abend hat der Förderverein zu einer Versammlung ins Gemeindezentrum eingeladen, um Mitglieder und Interessierte über den Stand der Dinge zu informieren (19 Uhr). Wer möchte, kann dann auch die Räumlichkeiten besichtigen. Eins allerdings ist jetzt schon klar: Am 1. August 2006 wird die Schule nicht eröffnet. Träger- und Förderbverein hoffen nun auf den 1. August 2007.
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