Grevenbroich (NGZ). Die Frage, ob die soziale Marktwirtschaft die Ursache für die 2008 ausgebrochene Wirtschafts- und Finanzkrise ist oder eher die Antwort hierauf sein sollte, ist für CDU-Generalsekretär Hermann Gröhe, MdB, rein rhetorischer Natur: Möglich geworden sei die Krise "durch einen Mangel an sozialer Marktwirtschaft", betonte er beim "Grevenbroicher Schlossgespräch" der Konrad-Adenauer-Stiftung im Alten Schloss vor rund 100 Zuhörern. Referent des Abends war Hans Reckers, der von 2002 bis 2009 dem Vorstand der Deutschen Bundesbank angehörte.
Vollständig vorbei sei die Krise noch nicht, warnte der Finanz-Experte. Bei der Bewältigung habe sich die soziale Marktwirtschaft als "spezifisch deutsches Ordnungsmodell" bewährt. Dies gelte auch für die massive staatliche Intervention, sei doch der Staat "als Retter der letzten Instanz" anzusehen. Angesichts eines zeitweiligen Exportrückgangs um 20 Prozent sei Kurzarbeit ebenso ein geeignetes Mittel zur Krisenbekämpfung gewesen wie niedrige Zinsen. Gleichwohl müsse sich der Staat schrittweise wieder von seinen Bankbeteiligungen trennen, auch höhere Zinsen seien nach einer Übergangsphase dringend nötig. "Nächstes Jahr muss die Exit-Phase beginnen", so Reckers.
Um künftigen Krisen vorzubeugen, sei ein "verbesserter Regulierungsrahmen" nötig, unter Einbeziehung "möglichst aller Weltregionen, Akteure und Produkte".
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