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Grevenbroich: Feuerwehr ist ein Sanierungsfall

VON CARSTEN SOMMERFELD - zuletzt aktualisiert: 08.02.2010 - 21:48

Grevenbroich (NGZ). Duschen und Toilette im Neukirchener Feuerwehrhaus sind marode. Solche Zustände motivieren nicht, in der Wehr mitzumachen, meint die CDU. Auch viele andere Gerätehäuser sind sanierungsbedürftig.

Im Umkleideraum, wo die Feuerwehrleute ihre Einsatzausrüstung aufhängen, "müffelt" es deutlich. Wolfgang Kaiser und Benjamin Josephs sahen beim Rundgang mit Karl-Heinz Beckers (v.r.) viele Mängel.   Foto:  m. Reuter
Im Umkleideraum, wo die Feuerwehrleute ihre Einsatzausrüstung aufhängen, "müffelt" es deutlich. Wolfgang Kaiser und Benjamin Josephs sahen beim Rundgang mit Karl-Heinz Beckers (v.r.) viele Mängel. Foto: m. Reuter

Verschwitzt, verschmutzt, erschöpft – so kehren Feuerwehrleute oft von Einsätzen ins Gerätehaus zurück. Beim Löschzug Neukirchen muss die Körperpflege warten: "Die beiden Duschen im Gerätehaus sind nicht funktionstüchtig, eine der beiden Toiletten ist defekt. Das hier sind katastrophale Zustände", erklärt CDU-Ratsherr Wolfgang Kaiser. Im Umkleideraum daneben "müffelt" es deutlich. "Laut Brandschutzbedarfsplan soll die Zahl der freiwilligen Feuerwehrleute um 80 auf 290 aufgestockt werden. Doch die Situation hier im Gerätehaus motiviert nicht zum Mitmachen", so Kaiser. "Die Feuerwehrleute engagieren sich ehrenamtlich, da müssen die Arbeitsbedingungen stimmen", sagt auch CDU-Ortsverbandschef Benjamin Josephs.

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Mehr Aktive nötig

Die Feuerwehr muss an die Zukunft denken. Der Brandschutzbedarfsplan sieht für die Stadt 291 freiwillige Feuerwehrleute vor, zurzeit rücken aber nur 210 aus. Ein Problem ist, dass bei Einsätzen an Werktagen tagsüber viele Einsatzkräfte außerhalb der Stadt arbeiten. Die Wehr will nun unter anderem die Jugendfeuerwehr verstärken, um weiteren "Nachwuchs" zu gewinnen.

Die CDU-Fraktion hat einen Antrag gestellt, "in einem ersten Schritt den Sanitärtrakt zu erneuern", sagt Kaiser. Stadt-Kämmerin Monika Stirken-Hohmann hat dafür gute Nachrichten. "Der Finanzausschuss hat beschlossen, dass die Sanitäreinrichtungen sofort saniert werden. Was dringend getan werden muss, wird gemacht" – trotz schwieriger Finanzlage. 30 000 bis 40 000 Euro kosten die Arbeiten.

Doch Neukirchen ist kein Einzelfall: Über eine Seite lang ist im Brandschutzbedarfsplan die Liste der anstehenden Arbeiten in Gerätehäusern. "Wir haben Rückstände in der Instandhaltung. Die werden wir 2010 in einer Höhe von 200 000 Euro abarbeiten", so Stirken-Hohmann. Darüber hinaus gebe es Sanierungsbedarf für etwa eine weitere Million Euro. Etwa in Frimmersdorf: "Unser Gerätehaus ist sanierungsbedürftig. Und Duschen haben wir zurzeit gar nicht", schildert Löschzugführer Peter Henk. "Die Stadt kennt die Mängel, arbeitet etwa an der Dachsanierung." Doch er sagt auch: "Sinnvoll wäre ein Neubau. Das geplante neue Tanklöschfahrzeug passt bei normaler Baugröße nicht in unsere Halle."

Eine Lösung für Neubauten gibt der 2009 beschlossene Brandschutzbedarfsplan vor: "In Anbetracht der baulichen Substanz der Gerätehäuser empfiehlt der Gutachter, die "gemeinsame räumliche Unterbringung" der Einheiten Neukirchen und Hülchrath/Münchrath sowie Frimmersdorf und Neurath an je einem Standort zu prüfen. – "Wir stehen erst am Anfang. Wichtig ist, dass die Lösung wirtschaftlich ist und Akzeptanz findet", sagt Stirken-Hohmann. Laut Feuerwehrchef Udo Lennartz haben zunächst die Erweiterung der Feuerwache an der Lilienthalstraße und ein zusätzliches Gerätehaus im Westen der Stadt Priorität.

Zur räumlichen Zusammenlegung von Einheiten gibt's Bedenken. "Beim gemeinsamen Standort zwischen Neukirchen und Hülchrath wird die Zahl der Feuerwehrleute eher sinken", befürchtet Wolfgang Kaiser. Auch Karl-Heinz Beckers, stellvertretender Löschzugführer in Neukirchen, meint: "Ich identifiziere mich mit der Freiwilligen Feuerwehr, weil sie im Dorf ist."

Quelle: NGZ


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