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Grevenbroich: Feuerwehr trainiert im Abrisshaus für den Ernstfall

zuletzt aktualisiert: 17.01.2012 - 15:51

Grevenbroich (NGZO). Gelbe und weiße Schläuche winden sich zwischen den Löschfahrzeugen auf der Straße am Tackelgraben, die Drehleiter fährt zum Dach des alten Einfamilienhauses hoch. Rauch steigt in den dunklen Himmel auf. Feuerwehrleute tragen einen leblosen Körper aus dem Keller, legen ihn auf eine Trage. „Das ist ein Dummy“, erklärt Peter Compes, stellvertretender Leiter der Feuerwehr Grevenbroich.

Zu löschen und retten gibt’s zum Glück nichts, der Rauch ist nur ungefährlicher Disco-Nebel. Rund 40 Feuerwehrleute der Löschzüge Stadtmitte und Wevelinghoven sowie der hauptamtlichen Wache rückten abends zur Straße Am Tackelgraben an - zu einer Übung. Der Bauverein Grevenbroich hatte der Feuerwehr zwei der sieben leer stehenden Reihenhäuser zum Üben überlassen. In der kommenden Woche werden sie abgerissen.

Drinnen im Haus tastet sich Christoph Sommer mit der Hand an der Wand lang, um die Orientierung im dichten Rauch nicht zu verlieren. Die Wärmebildkamera zeigt einen zu „rettenden“ Menschen an. „Sehen konnte ich ihn nicht, obwohl er nur zwei Meter von mir entfernt saß“, schildert der 25 Jahre alte Feuerwehrmann vom Löschzug Stadtmitte, als er wieder draußen war . „Es war so wie bei einem Einsatz“, sagt er.

Draußen beobachtet Peter Compes die Übung, ist mit dem Ablauf zufrieden – simuliert wurde ein Kellerbrand. „Die leer stehenden Häuser sind für uns eine hervorragende Möglichkeit zum Üben“, so Compes. Wenn etwas beschädigt werde, sei dies nicht so schlimm, da die Häuser ja nur noch wenige Tage stehen.“ So können wir hier mit Schläuchen voll mit Wasser üben, ohne Sorge zu haben, dass etwa ein geplatzter Schlauch Schäden verursacht.“ Immerhin rund 40 bis 60 Kilogramm zieht ein Feuerwehrmann mit dem gefüllten Schlauch mit sich.

Einige Meter entfernt beobachten Anwohner das Geschehen. Mit gemischten Gefühlen ist Steffy Krehl (40) dabei. „Dass geübt wird, finde ich gut, aber in einem der dafür frei gegebenen Häuser, die bald abgerissen werden, habe ich zehn Jahre lang gewohnt“, sagt sie. Am zweiten Übungsabend trainierten die Löschzüge Kapellen und Gustorf Am Tackelgraben ihr Können. In der nächsten Woche kommen dagegen keine Feuerwehrfahrzeuge, sondern die Abrissbagger.

Quelle: cso-/rl

 
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