Grevenbroich (NGZ). Zerstörte Häuser und Brücken: In Lokod in Rumänien ist es nach Gewittern zu einer Flutkatastrophe gekommen. Der Neuenhausener Herbert Flöck ist vor Ort – er hilft den verzweifelten Bewohnern bei den Aufräumarbeiten.
Eine gute Nachricht kann Herbert Flöck der Katastrophe noch abringen: "Gott sei Dank ist niemand zu Tode gekommen", erklärt der 63-jährige Neuenhausener. Ansonsten aber herrsche Chaos und Verzweiflung im rumänischen Dorf Lokod. Nach einem schweren Gewitter kam es dort am Wochenende zu verheerenden Überschwemmungen. "Viele Tiere sind ertrunken, es entstand hoher Sachschaden. Sehr oft hat es wieder die Ärmsten der Armen getroffen", schildert Herbert Flöck.
"Die Ernte ist vernichtet"
Lokod – das ist für den Neuenhausener seit den 90er Jahren wie eine zweite Heimat. Gemeinsam mit seiner Frau Elke hat der Neuenhausener in Siebenbürgen ein Jugenddorf gegründet, in dem benachteiligte Jugendliche betreut und für das Berufsleben vorbereitet werden. Viele Grevenbroicher unterstützen dieses Projekt – und jetzt hoffen die Flöcks darauf, dass auch diesmal wieder Hilfe aus ihrer Heimat kommen wird. "Denn im Augenblick ist noch nicht abzusehen, ob und wann wir Hilfe von außen und vom Staat bekommen werden", erklärt Herbert Flöck. Das Land Rumänien habe schließlich erhebliche finanzielle Probleme.
Rumänienhilfe
Verein Der in Grevenbroich gegründete Verein "LIA" kümmert sich um benachteiligte Kinder, Jugendliche und Familien in Rumänien. Gründer ist Herbert Flöck aus Neuenhausen.
Unterstützung Wer die Organisation unterstützen will: Informationen gibt es auf der Homepage unter www.lia-rumänienhilfe.de.
Das Unglück kündigte sich schon im Laufe der vergangenen Woche durch starke Gewitter mit heftigen Regenfällen an. Als am späten Samstagnachmittag gegen 17.30 Uhr wieder dunkle Wolken aufzogen, war Flöck gewarnt: "Nach den ersten Regentropfen habe ich sofort das Haus verlassen und bin hoch zum Dorfausgang gerannt", berichtet er.
Als dem 63-Jährigen dort schon das von den Bergen herabfließende Wasser entgegen kam, drehte der Neuenhausener um: "Ich bin ins tiefer gelegene Dorfzentrum geeilt, um die Bewohner zu warnen, dass in wenigen Minuten der Bach anschwellen und über die Ufer treten wird", erzählt er.
Flöck sollte Recht behalten: Innerhalb weniger Minuten stieg das Wasser um mehr als zwei Meter an und verwandelte den Mittelpunkt des Orts in einen brodelnden Kessel, der alles mitriss. "Binnen 90 Minuten fielen über 100 Liter Regen pro Quadratmeter. Die Flut hielt einige Stunden an – erst nach Mitternacht konnten wir die vom Wasser eingeschlossenen Dorfbewohner aus ihren Häusern herausholen", berichtet der 63-Jährige.
Die Schäden in Lokod seien immens. "Mehrere Brücken und die Straße sind zerstört. Wir versuchen jetzt, alles wieder notdürftig wiederherzustellen – zum größten Teil mit der Hand, weil die Maschinen fehlen", erläutert Flöck. Für die Bewohner sei die Flut eine Katastrophe: "Die Ernte ist vernichtet, ebenso das Heu für die Tiere. Viele Menschen wissen nicht, wie sie den Winter überstehen sollen."
Herbert Flöck und seine Mitstreiter helfen derzeit bei den Aufräumarbeiten – mit einem bangen Blick in den Himmel. Denn der Wetterbericht hat weitere Regenfälle für die Region angekündigt.
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