Grevenbroich (NGZ). Grevenbroich Mini-Karussells, Rutschen aus Metall, eine Basketball-Anlage und übereinander gestapelte Tischtennis-Platten. Am Neurather Bauhof ist der Friedhof der Spielgeräte. Denn alles, was im Laufe der Jahre auf Grevenbroicher Spielplätzen als defekt erkannt wurde, wird in Sichtweite der Energiestraße gelagert - und das wohl bis zum St. Nimmerleinstag.
Denn repariert wird nur das Nötigste, wenn überhaupt. Der Grund: „Wir haben kein Geld, noch nicht mal für Ersatzteile“, klagt Jugenddezernent Michael Heesch.Die finanzielle Situation der Stadt wird hoch über dem Martinssee deutlich. „Größtenteils liegen dort Geräte, die nicht mehr verkehrssicher waren. Sie mussten abgebaut werden, weil sie eine Unfallgefahr für Kinder darstellten“, berichtet Jugendpfleger Wolfgang Hufendiek. Vieles sei aber noch gut zu gebrauchen - etwa die Rutschen: „Sie wurden demontiert, weil das dazugehörende Holzgerüst verfault war. Wir müssen nun warten, bis dass neue Finanzmittel da sind, damit ein Teil der Geräte wieder aufgebaut werden kann“, meint Hufendiek. Einige Geräte, die lediglich einen Schutzanstrich benötigen, würden das Gelände in absehbarer Zeit aber wieder verlassen: „Sobald es das Wetter zulässt, werden sie aufgebaut.“ Nichtsdestotrotz bleibe vieles weiterhin unter freiem Himmel liegen: „Eine unbefriedigende Lösung“, urteilt der Stadtjugendpfleger.
Eine Meinung, der sich Michael Heesch anschließen kann: „Wir haben erhebliche Probleme mit unseren Spielplätzen“, schildert er. Der Jugenddezernent arbeitet aber an einer Lösung: Einzelne Spielplätze im Stadtgebiet sollen geräumt und die jeweiligen Areale verkauft werden - etwa für den Bau von Häusern. Nach den Plänen Heeschs soll der dabei erzielte Gewinn für die Neugestaltung anderer Plätze eingesetzt werden - und zwar in dem Ort, in dem ein Spielplatz aufgegeben wurde. „Dann werden wir auch das Geld haben, um noch brauchbare Geräte reparieren zu lassen“, betont er. Heesch arbeitet an einem Konzept, das er im Sommer dem Fachausschuss vorlegen will. Und er hofft auf eine breite Unterstützung aus der Politik. „Wenn es künftig um die Aufgabe von Spielplätzen geht, werden vor allem die Ortspolitiker gefragt sein“, gibt er zu bedenken: Kirchturmsdenken dürfe nicht geben.
Während im Jugenddezernat am Konzept geschrieben wird, hat Bürgermeister Axel Prümm bereits Eigeninitiative ergriffen: „Nachdem mich die Mitarbeiter des Fachbereichs Jugend energisch auf die Spielplatz-Problematik hingewiesen haben, bin ich aktiv geworden“, so der Verwaltungschef. Prümm will sich nun für ein Patenschafts-Modell stark machen: Grevenbroicher Unternehmen sollen sich sich künftig um den Erhalt eines Spielplatzes im Stadtgebiet kümmern. „Wir sorgen für die Verkehrssicherung, die Firmen für die Ausstattung“, bringt es der Bürgermeister auf einen Punkt. Axel Prümm hat schon eine Firma als Paten gewinnen können: Manfred Albrecht, Chef der im Industriegebiet Ost beheimateten FWG (sie stellt technische Federn her), hat seine Unterstützung zugesagt. Weiterhin im Boot: die Wirtschaftsbetriebe Grevenbroich, die ebenfalls als Spielplatz-Paten auftreten wird. Prümm ist sich sicher, noch weitere Interessenten zu finden: „Wir werden das Spielplatz-Problem kreativ lösen.“
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