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Grevenbroich: Füchse in Not?

zuletzt aktualisiert: 15.04.2009 - 21:30

Grevenbroich (NGZ). Grevenbroich „Das ist Tierquälerei.“ Der Büdericher Naturschützer Thomas Nachtigall ist außer sich. Der 38-Jährige hat auf einem Clubgelände am Noithausener Ortsrand eine Schliefanlage ausfindig gemacht, in der Hunde wie Teckel oder Terrier auf lebende Füchse abgerichtet werden.

Makaber: ein bleicher Fuchsschädel als Zwinger-Deko.  Foto:  T. Nachtigall
Makaber: ein bleicher Fuchsschädel als Zwinger-Deko. Foto: T. Nachtigall

Solche künstlich angelegten Tunnelsysteme sind zwar nicht verboten - doch: „Es ist skandalös, wie das ,Trainingswild’ dort gehalten wird“, weiß Nachtigall, der die Anlage nun schon seit einigen Tagen beobachtet. Zwei Füchse seien in viel zu kleinen Zwingern eingepfercht worden, offensichtlich würden die Tiere nur unregelmäßig gefüttert: „Von einer artgerechten Haltung kann dort keine Rede sein. Hier liegt ein eindeutiger Verstoß gegen das Tierschutzgesetz vor“, urteilt er.

Thomas Nachtigall hat bereits die Tierschutzorganisation ,Peta’ sowie das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz auf diesen Missstand hingewiesen, beide sagten eine Überprüfung der Angelegenheit zu.

Info

Schliefanlage

Eine Schliefanlage (auch Schliefenanlage) ahmt künstlich einen „Fuchsbau“ nach und dient der Ausbildung von „Jagdhunden“. An einer Seite wird der gefangen gehaltene Fuchs in das Röhrensystem gesperrt. Ein Schieber trennt Fuchs und Hund, der ihn dort aufstöbert und ihn bellend bedrängt.

„Einmal abgesehen davon, dass es Schliefanlagen heutzutage überhaupt noch geben darf, halte ich es für entwürdigend, wie die Füchse dort gehalten werden“, beklagt er. Die Zwinger seien maximal zehn Quadratmeter groß, üblich sei die dreifache Fläche an Auslauf: „Klettermöglichkeiten fehlen gänzlich, die Käfige sind schmuddelig, am Gehege wurde sogar ein Fuchsschädel zur Deko aufgehängt - makaber“, ereifert sich Nachtigall. Für ihn liegt es auf der Hand: „Das ist ein klarer Fall für das Veterinäramt.“

Und dem ist das Gelände in der Nähe der Bahnlinie bekannt, wie Kreissprecher Reinhold Jung auf Anfrage der NGZ erklärt.

Lesen Sie mehr am Donnerstag, 16. April, in Ihrer Neuß-Grevenbroicher Zeitung.

Quelle: NGZ


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