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Grevenbroich: Gefahr am Kraftwerk: Polizei blitzt

VON WILJO PIEL - zuletzt aktualisiert: 03.02.2007 - 01:00

Grevenbroich (NGZ). Neurath Die Landstraße 375 zwischen Vanikum und Neurath ist für eines bekannt: Autofahrer können dort richtig Gas geben. Denn der „Hühnerberg“, die höchste Erhebung der Nachbargemeinde Rommerskirchen, gibt Rasern noch einmal zusätzlich Schwung in Richtung Grevenbroich.

Das birgt Gefahren. Denn am Ende der Straße liegt Europas größte Kraftwerksbaustelle. Dort werden die Raser argwöhnisch betrachtet. Schließlich könnte es an den Zufahrten leicht zu Kollisionen kommen. Es hat Beschwerden bei der Polizei gegeben - die Ordnungshüter haben reagiert.

„Um das Risiko von Verkehrsunfällen zu minimieren, wurde die zulässige Höchstgeschwindigkeit auf der Landstraße bereits vor einiger Zeit auf 50 Stundenkilometer gesenkt“, erklärt Hans-Willi Arnold, Sprecher der Kreispolizeibehörde. Mitarbeiter der Neurather Kraftwerks-Baustelle hätten sich jedoch beklagt, dass das vorgeschriebene Tempo oftmals nicht eingehalten werde: „Es soll schon häufiger zu gefährlichen Situationen gekommen sein“, meint Arnold.

Das Problem: Die Baustelle wird täglich stark vom Verkehr frequentiert. „Zurzeit sind dort über 500 Mitarbeiter beschäftigt, die täglich an den Werkstoren ein- und ausfahren. Darüber hinaus müssen natürlich auch diverse Baustellenfahrzeuge diese Straße überqueren“, betont Manfred Lang, Sprecher von RWE Power. In naher Zukunft wird sich die Situation an der L 375 sogar noch verschärfen: In Spitzenzeiten werden bis zu 4000 Menschen gleichzeitig am neuen Kraftwerk bauen. „Damit wird der Verkehr an dieser Riesenbaustelle stark zunehmen“, unterstreicht Hans-Willi Arnold.

Um sich ein Bild von der jetzigen Situation zu machen, haben Grevenbroicher Polizeibeamte in der vergangenen Woche entlang der Landstraße 375 positioniert und dort Radarmessungen vorgenommen. „Wir haben in der Zeit zwischen 12 und 13 Uhr kontrolliert - und waren überrascht“, gibt Arnold zu. Innerhalb dieser Stunde wurden 22 Autofahrer „geblitzt“, die die zulässige Höchstgeschwindigkeit von 50 Stundenkilometer deutlich überschritten hatten. Der „Spitzenreiter“ wurde mit Tempo 92 geblitzt. „Sanktionen hat es bei dieser Probemessung aber nicht gegeben“, sagt Hans-Willi Arnold.

Wie der Polizeisprecher am Freitag erklärte, hätten die Tempo-Sünder die Vermutung der Polizei bestätigt, nämlich die, „dass die auf 50 Stundenkilometer reduzierte Geschwindigkeit nicht bemerkt worden war“. Grund für die Ordnungshüter, am Freitag noch einmal verstärkt auf die neue Tempo-Regelung aufmerksam zu machen. Was aber nicht bedeutet, dass sie auf der Landstraße 375 ein Auge zudrücken werden: „Es wird künftig vermehrt zu Geschwindigkeitsüberwachungen kommen“, kündigt der Polizeisprecher an.

RWE Power hat ebenfalls Maßnahmen ergriffen, vor allem gegen den Baustellen-Tourismus: „In der Vergangenheit haben viele Autofahrer auf der Fahrbahn angehalten, um einen Blick auf das wachsende Kraftwerk zu werfen. Auch dadurch ist es zu riskanten Situationen gekommen“, meint Manfred Lang. Das Unternehmen hat reagiert und entlang der Baustelle Buchten angelegt: „Da haben Autos und sogar Busse ausreichend Platz.“

Quelle: NGZ


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