Grevenbroich (NGZ). Grevenbroich (cs) Isolde Pütz-Jennekens aus Elsen ist verärgert. „Bei uns an der Hebbelstraße wurden die Gelben Tonnen nicht geleert, die Gelben Säcke nicht abgeholt. Der Abfuhrtermin war bereits am Montag.“ Seit Jahresanfang ist mit der Abfuhr der Gelben Tonnen in der Stadt nicht mehr die Entsorgungsgesellschaft Niederrhein (EGN), sondern die Handel Marketing Logistik (HML) GmbH mit Sitz in Goch beauftragt.
HML leert seit Jahresbeginn auch die Gelben Tonnen in Rommerskirchen. Zunächst hatten Bürger der Nachbargemeinde keine neue Tonne bekommen - was nicht allein HML zu verantworten hat - dann blieben Tonnen voll.
Beschwerden gibt es nun auch in der Schlossstadt. „Als die Tonne nicht geleert wurde, habe ich bei der Hotline, die im Abfallkalender angegeben ist, angerufen. Dort kam ich nicht durch, hing in der Warteschleife. Daraufhin habe ich bei EGN angerufen, erhielt dort eine andere Rufnummer. Dort wurde mir erklärt, die Tonne werde geleert, doch es ist nichts geschehen. Bei dem starken Wind jetzt ist ein Gelber Sack bereits weggeweht worden“, so Pütz-Jennekens. „Dass der Abfall nicht abgeholt wird, ist ärgerlich. Bei der EGN hat es funktioniert.“
„Bei der EGN hat es funktioniert.“
Ähnliches berichtet auch Hubert Rütten aus Gustorf. Nachbarn und er hätten, „damit die Entsorger es etwas leichter haben“, drei Gelbe Tonnen gut sichtbar an der Carl-Diem-Straße bereitgestellt. „Ich habe gegen 9.30 Uhr den Müllwagen kommen sehen.“ Die Müllwerker seien, ohne die Tonnen zu beachten, weitergefahren - das habe auch eine Nachbarin bestätigt, schildert Rütten. Am Telefon sei ihm „umgehende Erledigung“ versprochen worden, doch: „Passiert ist nichts.“ Am Dienstag und Mittwoch Morgen habe er nochmals angerufen, erst am Mittwoch Nachmittag seien die Tonnen geleert worden.
„Verantwortliche überfordert?“
„Wenn das die Serviceleistung der Firma HML ist, frage ich mich, mit welchen Versprechungen das Unternehmen den Auftrag ergattern konnte. Oder sind die Verantwortlichen im Stress und deshalb einfach überfordert?“, fragt Rütten.
„Bei der Stadtverwaltung sind mehrere Beschwerden eingegangen, wir sind aber nicht die richtige Adresse, geben sie an das Duale System Deutschland DSD weiter“, erklärt Stadt-Sprecher Norbert Häke. DSD ist Vertragspartner von HML. „Aus Grevenbroich sind uns keine Beschwerden bekannt“, sagt DSD-Sprecher Norbert Völl.
Nach einer Umstellung könne es zu Problemen kommen, vor allem „wenn es wie in der Gemeinde Rommerskirchen zwischen altem und neuem Unternehmen nicht zur Einigung über die Übernahme der Abfallgefäße kommt“. Völl versichert: „Wir haben eigene Mitarbeiter in den Kommunen: Wir werden darauf achten, dass die Abfuhr sehr schnell besser wird.“ HML wollte sich zu den Problemen in Grevenbroich schriftlich äußern, Gestern aber erreichte die Redaktion keine Stellungnahme mehr.
Geklärt ist nun laut Stadt, wo die Grevenbroicher die Gelben Säcke abholen können. „Sie sind bei der NVV im Industriegebiet Ost, beim Gas- und Wasserwerk Grevenbroich (GWG) an der Nordstraße und in der Stadtbücherei auf der Stadtparkinsel erhältlich“, erläutert Norbert Häke.
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