kalaydo.de Anzeigen stellen auto immobilien kleinanzeigen tiere ferienwohnungen inserieren
Kommentare ()

Grevenbroich: „Gemeinwohl geht vor“

VON WILJO PIEL - zuletzt aktualisiert: 17.01.2007 - 22:40

Grevenbroich (NGZ). Grevenbroich Super-, Bau- und Fachmärkte haben das Hammerwerk in ein florierendes Geschäftsviertel verwandelt. Mit Nachteilen: Bis zu 1100 Autos brettern zu Spitzenzeiten stündlich über die Straße, täglich sind es etwa 11 900. Und es werden noch mehr, prognostizieren die Gutachter im Verkehrsentwicklungsplan.

Beliebtes Einkaufsziel und viel befahren: das Hammerwerk. Die Stadt versucht jetzt erneut, den seit Jahren geplanten Straßenumbau zu realisieren.  Foto: NGZ
Beliebtes Einkaufsziel und viel befahren: das Hammerwerk. Die Stadt versucht jetzt erneut, den seit Jahren geplanten Straßenumbau zu realisieren. Foto: NGZ

Sie rechnen im Jahr 2015 mit 1400 Fahrzeugen pro Stunde. Schon jetzt ächzt das Hammerwerk unter dem Verkehr. Häufig kommt es zu Zusammenstößen zwischen Autos, Fußgängern und Radfahrern. Die Polizei rät seit geraumer Zeit „dringend“ zum Ausbau der Straße.

Entsprechende Pläne hat die Stadt bereits seit Jahren in der Schublade. Schon im Herbst 2000 sollte die Fahrbahn verbreitert, mit Radfahrstreifen, Überwegen und in Teilbereichen mit einem Mehrzweckstreifen ausgerüstet werden. Realisiert werden konnte dieses Vorhaben jedoch nicht, die Pläne scheiterten am Einwand mehrerer Eigentümer.

Sie waren nicht bereit, einen Teil ihrer Grundstücke für das Projekt abzugeben. Letztendlich trafen sich im November 2006 alle Beteiligten vor dem Oberverwaltungsgericht (OVG) in Münster, das den Bebauungsplan (G 187) für unwirksam erklärte. Die Interessen der Eigentümer seien in dem Plan nicht hinreichend behandelt worden, hieß es unter anderem in der Urteilsbegründung.

Info
Gutachter erwarten eine leichte Mehrbelastung

Der Fachmarktstandort am Hammerwerk dient insbesondere der Versorgung von Laach, Elfgen, Orken und Noithausen, wird aber auch von Innenstadtbewohnern stark frequentiert. Zudem verbindet die Straße die Orte Orken und Noithausen mit den Schulzentren sowie mit Laach und Gustorf. Das sorgt für eine tägliche Belastung mit 11 900 Fahrzeugen. Sollte der geplante Ausbau gelingen, erwarten Verkehrsgutachter eine leichte Mehrbelastung von etwa 50 bis 100 Autos in Spitzenstunden.

Womit das Vorhaben jedoch nicht gescheitert ist. Im Gegenteil: Der Planungsausschuss hat sich jetzt dafür ausgesprochen, den Bebauungsplan 187 noch einmal neu aufzurollen. „Denn grundsätzlich hat das Gericht unser Ziel anerkannt: Wir wollen das Hammerwerk so umgestalten, damit es die Funktion einer innerstädtischen Verbindungs- und Erschließungsstraße optimal erfüllen kann“, erklärte Planungsdezernent Werner Hoffmann.

Die vom OVG gerügten Mängel sollen im neuen Verfahren abgearbeitet werden. Sollte der Rat in der nächsten Woche der Ausschuss-Empfehlung folgen, „werden wir sehen, dass wir zügig zu neuem Baurecht gelangen“, so Hoffmann. Die Kosten des Projekts beziffert er auf rund 976 000 Euro inklusive Grunderwerb. Das Land wird sich mit 657 000 Euro an dem Vorhaben beteiligen, der Bewilligungsbescheid für diesen Zuschuss liegt bereits seit 2001 im Rathaus.

Werner Hoffmann lässt keinen Zweifel daran, dass das Projekt „dringend und zwingend notwendig“ sei: „Das Hammerwerk ist ein für Einzelhandel und Gewerbe gleichermaßen interessantes Gebiet, das mit dem Straßenausbau gestärkt werden soll. Ich hoffe, dass wir jetzt auch bei den Eigentümern auf Einsicht treffen werden, die sich noch nicht bereit erklären konnten, einen kleinen Streifen ihrer Grundstücke abzugeben.“ Planungsausschuss-Vorsitzender Norbert Gand drückt es ein wenig drastischer aus: „Das Gemeinwohl geht hier ganz klar vor Eigeninteressen“. Notfalls müsse die Stadt über ein Enteignungsverfahren an die Grundstücke gelangen.

Übrigens: Vorbereitet wurde der Ausbau bereits im vergangenen Jahr bei der Neugestaltung der Ampelkreuzung am unlängst abgebrannten Dross-Markt. Die Radwege wurden auf die künftige Straßenbreite angepasst, darüber hinaus wurde schon der Kanal saniert.

Quelle: NGZ


Die Neuß-Grevenbroicher Zeitung lohnt sich Tag für Tag - jetzt testen.

 
weitere Artikel
 
Links zu diesem Artikel
 

 
Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung:

       
Anzeige:

AUS DER NACHBARSCHAFT
MEHR
Auch Malerei- und Töpferausstellungen - wie hier in der Galerie Judith Dielämmer 
- werden von den Grevenbroicher Jugendkunstschülern bestritten. Der Förderverein 
kämpft nun für den Erhalt solcher Angebote.

Grevenbroich

Verein kämpft für die Juks

Volkshochschule (VHS) ist eine Pflichtaufgabe, Jugendkunstschule (Juks) eine freiwillige Aufgabe für die Stadt. Letztere darf sich die Nothaushalts-Kommune Grevenbroich nicht mehr leisten, daher startet Schuldezernent Michael Heesch nun eine ... VON Wiljo Piel  mehr

 

Grevenbroich

Supermarkt für „Neu-Kapellen“

Die Weichen für die Lebensmittel-Versorgung im Neubaugebiet Kapellen sind gestellt worden: Der Rat hat sich jetzt für den Bau eines Supermarkts mit Frischeangebot ausgesprochen. mehr

 
 
 
 
 
BILDER AUS GREVENBROICH
Im Inneren des alten Bunkers
Im Inneren des alten Bunkers
Im Inneren des alten Bunkers, der im Mai .. mehr 
 
Im Inneren des alten Bunkers
Im Inneren des alten Bunkers
Im Inneren des alten Bunkers, der im Mai ..
mehr 
Zu Besuch bei Sven Kompaß
Zu Besuch bei Sven Kompaß
Hausbesuch bei Sven Kompaß, der im Mai 2012 ..
mehr 
Maimarkt in Wevelinghoven 2012
Maimarkt in Wevelinghoven 2012
Maimarkt in Wevelinghoven 2012
mehr 
Feuerwehr öffnet alten Bunker
Feuerwehr öffnet alten Bunker
Feuerwehr öffnet alten Bunker
mehr 
 
Familienanzeigen