Grevenbroich (NGZ). Grevenbroich Super-, Bau- und Fachmärkte haben das Hammerwerk in ein florierendes Geschäftsviertel verwandelt. Mit Nachteilen: Bis zu 1100 Autos brettern zu Spitzenzeiten stündlich über die Straße, täglich sind es etwa 11 900. Und es werden noch mehr, prognostizieren die Gutachter im Verkehrsentwicklungsplan.
Sie rechnen im Jahr 2015 mit 1400 Fahrzeugen pro Stunde. Schon jetzt ächzt das Hammerwerk unter dem Verkehr. Häufig kommt es zu Zusammenstößen zwischen Autos, Fußgängern und Radfahrern. Die Polizei rät seit geraumer Zeit „dringend“ zum Ausbau der Straße.
Entsprechende Pläne hat die Stadt bereits seit Jahren in der Schublade. Schon im Herbst 2000 sollte die Fahrbahn verbreitert, mit Radfahrstreifen, Überwegen und in Teilbereichen mit einem Mehrzweckstreifen ausgerüstet werden. Realisiert werden konnte dieses Vorhaben jedoch nicht, die Pläne scheiterten am Einwand mehrerer Eigentümer.
Sie waren nicht bereit, einen Teil ihrer Grundstücke für das Projekt abzugeben. Letztendlich trafen sich im November 2006 alle Beteiligten vor dem Oberverwaltungsgericht (OVG) in Münster, das den Bebauungsplan (G 187) für unwirksam erklärte. Die Interessen der Eigentümer seien in dem Plan nicht hinreichend behandelt worden, hieß es unter anderem in der Urteilsbegründung.
Womit das Vorhaben jedoch nicht gescheitert ist. Im Gegenteil: Der Planungsausschuss hat sich jetzt dafür ausgesprochen, den Bebauungsplan 187 noch einmal neu aufzurollen. „Denn grundsätzlich hat das Gericht unser Ziel anerkannt: Wir wollen das Hammerwerk so umgestalten, damit es die Funktion einer innerstädtischen Verbindungs- und Erschließungsstraße optimal erfüllen kann“, erklärte Planungsdezernent Werner Hoffmann.
Die vom OVG gerügten Mängel sollen im neuen Verfahren abgearbeitet werden. Sollte der Rat in der nächsten Woche der Ausschuss-Empfehlung folgen, „werden wir sehen, dass wir zügig zu neuem Baurecht gelangen“, so Hoffmann. Die Kosten des Projekts beziffert er auf rund 976 000 Euro inklusive Grunderwerb. Das Land wird sich mit 657 000 Euro an dem Vorhaben beteiligen, der Bewilligungsbescheid für diesen Zuschuss liegt bereits seit 2001 im Rathaus.
Werner Hoffmann lässt keinen Zweifel daran, dass das Projekt „dringend und zwingend notwendig“ sei: „Das Hammerwerk ist ein für Einzelhandel und Gewerbe gleichermaßen interessantes Gebiet, das mit dem Straßenausbau gestärkt werden soll. Ich hoffe, dass wir jetzt auch bei den Eigentümern auf Einsicht treffen werden, die sich noch nicht bereit erklären konnten, einen kleinen Streifen ihrer Grundstücke abzugeben.“ Planungsausschuss-Vorsitzender Norbert Gand drückt es ein wenig drastischer aus: „Das Gemeinwohl geht hier ganz klar vor Eigeninteressen“. Notfalls müsse die Stadt über ein Enteignungsverfahren an die Grundstücke gelangen.
Übrigens: Vorbereitet wurde der Ausbau bereits im vergangenen Jahr bei der Neugestaltung der Ampelkreuzung am unlängst abgebrannten Dross-Markt. Die Radwege wurden auf die künftige Straßenbreite angepasst, darüber hinaus wurde schon der Kanal saniert.
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