Grevenbroich (NGZ). Ab August startet die Realschule an der Bergheimer Straße als erste Realschule in Grevenbroich mit Profilklassen: Dabei werden Schüler im kreativ-musischen oder naturwissenschaftlich-mathematischen Fächern gefördert.
Die Realschule an der Bergheimer Straße (RBS) wächst: Statt bisher vier werden im August fünf Eingangsklassen gebildet werden. Hintergrund: Die Bezirksregierung Düsseldorf hat für die Schule einen Modellversuch mit neuen Profilklassen genehmigt. "Die Nachfrage der Eltern ist sehr groß. Wir werden 125 Schüler in fünf Klassen aufnehmen", sagt Konrektorin Anita Piel.
So sieht das Angebot der Realschule künftig aus: Mit 30 Wochenstunden Unterricht werden Mädchen und Jungen den üblichen Realschul-Abschluss in zwei "Regel-Klassen" erwerben. Ergänzt wird das Schul-Portfolio durch die Profil-Unterrichtsverbände: "Wir bieten eine Kreativ-Klasse mit musisch-künstlerischem Schwerpunkt, eine ,MINT'-Klasse mit dem Schwerpunkt Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik sowie "Realschule plus" für besonders leistungsstarke Schüler, die auf das Gymnasium wechseln könnten", sagt Piel.
Das sind die Profile
"Realschule plus": drei Stunden Förderung.
"Kreativ-Klasse": Instrumentalkunde, Musik, Szensiches Spiel an drei Stunden in der Woche.
"MINT"-Klasse: Schwerpunkt Mathe und Naturwissenschaft; jede Woche ein Experimentierblock in kleinen Gruppen.
Nicht die Konkurrenz zum Gymnasium, sondern "der Ausbau der eigenen Schulform" waren für die Konrektorin der Grund für die Einführung des neuen Angebots. Die "zusätzliche Zeit zum Lernen für ihr Kind" – im Vergleich zum gymnasialen "Turbo-Abitur" werde geschätzt: "Viele Eltern haben uns signalisiert, dass ,Realschule Plus' genau das Angebot für ihr Kind ist, nachdem sie suchen", so Piel. Sie warnt aber davor, einen Wechsel der Schulform zu unterschätzen: "Sehr gute Noten auf der Realschule sind nicht mit dem Noten am Gymnasium vergleichbar. Das Lerntempo dort ist ein ganz anderes."
In den Profilklassen solle, so die Konrektorin, die Motivation und Leistungsfähigkeit der Schüler gestärkt werden. Was nicht das Ziel sei: "Es geht nicht um eine weitere Differenzierung für die spätere Berufswahl." Unter den RBS-Pädagogen ist Claudia Broich garantiert eine derjenigen, die der "Kreativ-Klasse" entgegenfiebert – für die Religions- und Musiklehrerin wird es die erste eigene Klasse.
Drei Stunden pro Woche stehen für Musik, szenisches Spiel und Instrumentalunterricht im Stundenplan: "Die Kinder werden Noten lernen, um Instrumente wie Keyboard oder Glockenspiel zu spielen", erläutert Broich. Rhythmische Erziehung durch Bewegung gehöre ebenso zum Unterricht wie Stimmbildung oder Beschäftigung mit Musik aller Epochen. Mit den Eltern könnten auch Opern, Konzerte oder Musicals besucht werden.
Bei der Anmeldung zeigten sich geschlechtsspezifische Vorlieben, sagt Anita Piel: "Die "MINT"-Klasse besteht nur aus Jungen." Hier sieht sie Handlungsbedarf: "Mädchen sollten für Naturwissenschaften begeistert werden, Jungen für das Ausleben ihrer kreativen Seite."
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