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Gratis-Obst für Grundschüler

VON DANIELA BUSCHKAMP UND CARSTEN SOMMERFELD - zuletzt aktualisiert: 18.04.2010 - 22:25

Am Montag erhalten Kinder in der Grundschule Erftaue erstmals gratis Äpfel. Möglich macht dies das EU-Schulobst- programm, aus dem auch die Grundschule Kapellen gefördert wird. Schüler sollen Geschmack an Obst & Co finden.

Seit heute können sich die Kinder der "Erftaue" täglich Obst und Gemüse schmecken lassen – ebenso wie die Kapellener Grundschüler ( Foto:  L. berns
Seit heute können sich die Kinder der "Erftaue" täglich Obst und Gemüse schmecken lassen – ebenso wie die Kapellener Grundschüler ( Foto: L. berns

Grevenbroich Erwartungsvoll sitzen die Kinder der Grundschule Kapellen rund um den Tisch, an dem die sechsjährige Pia gekonnt Gurken in Scheiben schneidet, in der Kiste daneben liegen Äpfel. Mit knackigen Äpfeln starten am Montag zum ersten Mal die Jungen und Mädchen der Gustorfer Grundschule "Erftaue" in den Schultag. Diese Grundschüler können sich jetzt etwa Äpfel und Paprika aus dem Schulobst-Programm der Europäischen Union schmecken lassen.

Obst und Gemüse sind lecker und gesund  das ist die Botschaft des EU-Programms. Fünf Grundschulen aus dem Stadtgebiet hatten sich für das neue Programm beworben; die Grundschulen in Kapellen und Gustorf erhielten den Zuschlag und sie erhalten künftig pro Tag und Kind je hundert Gramm der Vitaminspender.

Info

Schulobstprogramm

In Nordrhein-Westfalen nehmen 355 Grund- und Förderschulen mit 75\x0f000 Kindern am EU-Schulobstprogramm teil. 760 Schulen hatten sich beworben.

Jedes Kind bekommt bis zum Ende des Schuljahres 2010/2011 pro Schultag 100 Gramm Obst oder Gemüse. Das Land erhält von der Europäischen Union zwei Millionen Euro und trägt weitere zwei Millionen Euro.

Wie der Weg von der Bewerbung bis zur ersten Lieferung verlief, schildert "Erftauen"-Schulleiterin Erika Voets: "Bei der Bewerbung gab es die Kriterien, dass gesunde Ernährung Inhalt des Unterrichts ist und dass das Thema im Schulporgramm eine Rolle spielt." Dazu biete sich etwa der Sachkunde-Unterricht an, erläutert Voets.

Was die Gustorfer Rektorin festgestellt hat: "Manche Kinder kennen keine Ananas oder sie wissen gar nicht, dass Kohlrabi auch roh schmecken." Damit dieser Mangel an Wissen nicht zu einer späteren mangelhaften oder ungesunden Ernährung führt, sollten die Grundschüler "Obst und Gemüse als normalen Teil ihrer Ernährung kennen lernen". Ein gesundes Frühstück mit frisch belegten Brötchen und frischer Quarkspeise bietet der Schulförderverein bereits einmal im Monat an.

Eine Herausforderung sei es laut Erika Voets gewesen, die Obst- und Gemüseverteilung so einfach wie möglich zu gestalten". So gibt es an vier Tagen jeweils nur eine Sorte Obst, um Streit um die Lieblingsfrucht zu vermeiden; an einem Tag wird bis zu 100 Gramm Gemüse verteilt. Dabei werde auf das "saisonale Angebot geachtet. Günstig für die "Erftaue": Sie bezieht Ost und Gemüse aus Gindorf; der dortige Landwirt hat auch den Zuschlag für die Lieferung der EU-Vitamine erhalten und liefert für jede Klasse die passende Kiste.

Auch die Kapellener Schule hatte sich beworben, "weil Ernährung ein Schwerpunkt in unserem Gesundheitskonzept ist", erläutert Rektorin Dorothee Steup. Etwa 30 Prozent der Kinder einer Klasse bringen  so wurde in der Schule festgestellt  oft Süßigkeiten in ihren Brotdosen mit, Obst und Gemüse eher selten. Die Grundschule setzt nicht nur bei den neuen Extra-Portionen auf gesunde Kost. "Wir bieten in allen Klassen Mineralwasser an, alle zwei Wochen bereiten Eltern ein gesundes Frühstücksbüfett mit Vollkornbrot, Obst- und Gemüsespießen", sagt Steup.


 
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