Grevenbroich (NGZ). Grevenbroich Zweifellos: Die Zuccalmaglio-Ausstellung 2004 war ein Erfolg. Rund 2500 Besucher lockte die maßgeblich von Professor Dr. Getrude Cepl-Kaufmann konzipierte Präsentation seinerzeit ins Haus Hartmann. An diesen Erfolg will die Stadt nun anknüpfen.
Gemeinsam mit der Wissenschaftlerin von der Düsseldorfer Heinrich-Heine-Universität plant das Stadtarchiv für den 12. November eine Kabinettausstellung im Museum Villa Erckens. Der Anlass: Der 200. Geburts- und der 130. Todestag des Notars und Schriftstellers Vincenz von Zuccalmaglio alias „Montanus“.
Damit wird zum Jahresende schon ein Vorgeschmack auf das kommende Drei-Säulen-Modell im Museum gegeben. Denn nicht nur Vincenz und sein Bruder Anton Wilhelm werden im Mittelpunkt der Ausstellung stehen, sondern auch ihre vielfältigen familiären Verflechtungen zur Industriellenfamilie Uhlhorn. „Damit wirft die Präsentation ein Schlaglicht auf das Grevenbroich des ausgehenden 19. Jahrhunderts - und das wird ein Schwerpunkt unseres neuen Museumskonzepts sein“, meint Dezernent Michael Heesch.
Professor Cepl-Kaufmann und Dr. Hella-Sabrina Lange haben schon ihre Kontakte spielen lassen und sich einen Teilnachlass aus dem Uhlhorn’schen Familienbesitz gesichert - darunter Original-Unterlagen zur weltweit ersten Münzprägemaschine, Münzen und Bücher aus der Bibliothek des Industriellen-Clans.
Dieses Material soll der Stadt voraussichtlich als Dauerleihgabe übergeben werden. „Unser Ziel ist es, nicht nur dem Bruderpaar Anton Wilhelm und Vincenz von Zuccalmaglio, sondern auch der Familie Uhlhorn einen festen Platz im kulturellen Gedächtnis der Stadt zu sichern und an das Engagement für Grevenbroich, das Rheinland und darüber hinaus zu erinnern“, erkärt Gertrude Cepl-Kaufmann.
Am 21. November, dem Todestag von Vincenz, soll im Rahmen der Ausstellung ein Buch herausgegeben werden. Unter dem Pseudonym Wilhelm von Waldbröhl hat Anton Wilhelm von Zuccalmaglio einen Briefroman mit dem Titel „Die Rheinreise“ geschrieben, der bisher noch nicht veröffentlicht wurde. „Das ist eine herrliche Geschichte aus dem Mittelalter - mit Mord und Totschlag und Happy Ends auf allen Ebenen“, schwärmt Cepl-Kaufmann. Angereichert werden soll der rund 200 Seiten starke Band mit zeitgenössischen Abbildungen und Erklärungen zum Text.
Vor der Veröffentlichung haben die Götter jedoch den Schweiß gesetzt: Denn der Briefroman ist handgeschrieben und muss erst einmal mühsam entziffert werden. „Da kommt ein schöner Brocken Arbeit auf uns zu - das werden lange Wochenenden“, meint Thomas Wolff vom Stadtarchiv. Finanziert werden soll das Buch übrigens auch mit Hilfe der Grevenbroicher. In der Bücherstube Krause wird nach Pfingsten eine „Tabula gratulatoria“ (Glückwunschtafel) aufgestellt, auf dem sich jeder eintragen kann, der Vincenz zum 200. Geburtstag gratulieren und den Druck der „Rheinreise“ mit einem Obolus unterstützen möchte.
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