Grevenbroich (NGZ). Er gewann mehrere Deutsche Fernseh- und Comedypreise, für den Adolf-Grimme-Preis 2009 war er nominiert. Am Sonntagabend läuft Christoph Schnees erster Tatort. Damit hat sich der Grevenbroicher einen Traum erfüllt.
Sonntagabend wird sich wieder eine treue Fangemeinde vor dem Fernseher oder in Kneipen vor der Leinwand versammeln, um gemeinsam den Tatort zu sehen. Auch Christoph Schnees Familie wird gebannt vor dem Fernseher sitzen, während er selbst im Harz schon seinen nächsten Krimi dreht. "Ich wollte immer schon mal einen Tatort machen", erzählt der 38-Jährige.
Das hat der Regisseur aus Grevenbroich jetzt geschafft: Sonntag um 20.15 Uhr läuft in der ARD-Krimireihe sein Debüt. In der Folge "Schmale Schultern" fällt eine Frau schreiend aus dem fünften Stock eines Wohnhauses. Abwehrspuren an den Armen, eine schwere Kopfverletzung und Blutspuren auf ihrem Balkon lassen die Kölner Tatort-Kommissare Max Ballauf und Freddy Schenk, gespielt von Klaus J. Behrendt und Dietmar Bär, darauf schließen, dass erheblich nachgeholfen wurde.
Tatort
Wann Der Kölner Tatort "Schmale Schultern" wird am Sonntag, 12. September, 20.15 Uhr, im Ersten gezeigt.
Drehbuch Stephan Wuschansky, Ulrich Brandt, Jürgen Werner.
Kamera Diethard Prengel.
Regie Christoph Schnee.
Darsteller Klaus J. Behrendt, Dietmar Bär, Joe Bausch und andere.
Für Christoph Schnee, der nach seinem Abitur am Pascal-Gymnasium Theater-, Film-, Fernseh- und Musikwissenschaften in Köln studierte, ist der erste Tatort ein ganz besonderer Tag: "Der Tatort hat Tradition. Das ist schon so eine Art Ritterschlag für mich." Gerade der Kölner Tatort sei für den Regisseur, der nach einer Regiehospitanz bei den Wuppertaler Bühnen ein Regievolontariat beim WDR absolvierte, reizvoll, da er in die Tiefe gehe: "Ich beleuchte gerne Hintergründe, Charaktere und Figuren, ohne viel Action", erzählt der dreifache Familienvater, der in seiner Freizeit gerne Wasserski und Wakeboard fährt.
Krimi-Erfahrung sammelte Schnee bereits mit der Serie "Mord mit Aussicht" und mit dem Kriminalfilm "Marie Brand und der Charme des Bösen". Zu seinen weiteren Projekten zählen "Was guckst Du?!", "Alles Atze" und die ARD-Vorabendserie "Berlin, Berlin", die 2004 sogar mit dem Internationalen Emmy ausgezeichnet wurde. Derzeit dreht der Regisseur, der etwa alle sechs Wochen seine Mutter in Grevenbroich besucht, eine Krimikomödie mit Jan Fedder und Axel Milberg im Harz, die voraussichtlich im Frühjahr 2011 in der ARD ausgestrahlt werden soll.
Besonders stolz ist der 38-Jährige, der schon in seiner Schulzeit ein Faible fürs Theater hatte, auf die Serie "Der Lehrer", die im vergangenen Jahr mit dem Deutschen Fernsehpreis ausgezeichnet wurde. Mit der Krimiserie "Mord mit Aussicht" war er 2009 sogar für den Grimme-Preis nominiert. Im selben Jahr gelang ihm mit "Marie Brand und der Charme des Bösen" eine Nominierung für den Fernsehkrimipreis. Seine Preise bewahrt der Regisseur in seinem Kölner Arbeitszimmer auf. Der 38-Jährige hofft auch künftig auf interessante Angebote: "Bisher konnte ich immer wählerisch sein, mir meine Projekte aussuchen. Ich hoffe, das bleibt so."
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