Grevenbroich (NGZ). Grevenbroich (wilp) Ein Blick zurück im Zorn: In einem Brief an Dr. Axel Prümm rechnet Josef Theisen mit dem Bürgermeister ab. Er spart nicht mit Kritik am Verwaltungschef.
In dem Schreiben, das der NGZ vorliegt, erinnert Theisen daran, dass der Bürgermeister in den vergangenen Monaten nicht bereit gewesen sei, bei „bestimmten Fragen“ auf die Befindlichkeiten und Standpunkte der CDU-Fraktion einzugehen. Er habe mehrfach die fehlende Loyalität der Fraktionsspitze beklagt, die jedoch lediglich die Fraktionsbeschlüsse zu vertreten und umzusetzen habe.
„Wenn Sie also die fehlende Loyalität beklagen, meinen Sie damit die gesamte Fraktion, die Sie, wie Sie häufig genug betont haben, sowieso nicht brauchen. Ich denke, Sie verwechseln hier Loyalität mit kritikloser, bedingungsloser Gefolgschaft der CDU-Fraktion“, schlussfolgert Theisen im Brief.
Als Zeichen seiner Solidarität habe Prümm versucht, die Fraktion - „trotz mehrfacher, eindeutiger Mehrheitsentscheidungen“ - von einer Wiederwahl der Beigeordneten Barbara Kamp abzuhalten, fügt Josef Theisen sarkastisch hinzu. Ebenso erinnert er Prümm daran, dass er „vor lauter Loyalität“ die Fraktion am 7. Mai 2007 im Vorfeld einer Entscheidung zum Schwimmbad-Projekt in Neurath „bewusst belogen“ habe, „was natürlich nicht unkritisiert bleiben konnte“ (die NGZ berichtete).
Theisen: „Bewusst belogen“
Als Reaktion auf diese Kritik habe der Erste Beigeordnete Michael Heesch - auf Geheiß des Verwaltungschefs - den Fraktionsvorsitzenden vom städtischen Empfang anlässlich des 50. Geburtstages von Axel Prümm ausgeladen. „Auch ein Zeichen menschlicher Größe und Loyalität gegenüber der CDU-Fraktion, die ich bei diesem Empfang zu vertreten gehabt hätte“, fügt Theisen hinzu.
Was Theisen ebenfalls sauer aufstößt: Prümm habe 2007 zwei Mal „seine engste Mitarbeiterin, Stadtkämmerin und CDU-Parteifreundin Monika Stirken-Hohmann, persönlich diskriminiert“. Zum einen während der Haushaltsberatung im Oktober „durch dubiose Aussagen vor der versammelten Fraktion über angeblich zugestandene persönliche Vorteile für Frau Stirken-Hohmann“.
Zum anderen bei einer Sitzung des Aufsichtsrates der Stadtentwicklungsgesellschaft (SEG) im Dezember „durch vorgetragene Unwahrheiten (…) über angebliche Handlungen Frau Stirken-Hohmanns“. Dieser „unerhörte Vorfall“ habe dem Bürgermeister am 13. Juni 2008 eine Rüge des SEG-Aufsichtsrates eingebracht, die nur einen Schönheitsfehler gehabt habe, so Theisen: „Sie war nicht von mir.“
Theisen erinnert Axel Prümm an ein Vier-Augen-Gespräch, das die beiden „irgendwann in den letzten zwölf Monaten“ geführt hätten: „Dabei hast Du zu mir wörtlich gesagt: ,Wenn Du, Josef, bei Deiner Überzeugung bleibst und sie weiterhin vertrittst, dass ich Euch belüge, so müsste ich noch am gleichen Tag mein Amt als Bürgermeister der Stadt Grevenbroich niederlegen.’“, zitiert Theisen und erklärt gegenüber Prümm: „Meine diesbezügliche Überzeugung hat sich bis heute nicht geändert, da es dafür genügend entsprechende Fakten gibt. Für Deine persönliche Reaktion darauf bist Du nur selbst verantwortlich.“
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