Grevenbroich (NGZ). Kaiserwetter für das Königspaar: Bei weiß-blauem Himmel und strahlendem Sonnenschein erlebten Christoph und Sonja Oberbach am Sonntag Nachmittag den Höhepunkt ihrer Regierungszeit.
Für Schützenkönigin Sonja Oberbach begann der Morgen ein wenig hektisch: Eine ihrer Kontaktlinsen hatte sich in Luft aufgelöst. So sehr die 37-Jährige auch suchte – das Ding war nicht zu finden. Was tun? Gut, dass die Oberbachs hilfsbereite Nachbarn haben: Optiker Rolf Neumann sorgte schon in aller Herrgottsfrühe für Ersatz und verpasste der Grevenbroicher Königin ruckzuck neue Linsen. Der schönste Tag ihrer Regierungszeit war gerettet.
Und was war das für ein Tag! Bei strahlendem Sonnenschein knubbelte es sich gestern Nachmittag an den Straßenrändern der Innenstadt. Bei diesem – wie selbst gemachten – Wetter waren Tausende gekommen, um das Regiment und natürlich das Königspaar zu sehen. Unter der Leitung von Kommandeur Joachim Schwedhelm marschierten mehr als 1600 Schützen und Musiker in der City auf – mit 55 prächtig ausstaffierten Blumenhörnern und 36 Pferden. "Ein absolutes Novum – so viele Tiere hatten wir noch nie im Umzug", erklärte Präsident Dr. Peter Cremerius.
Um die damit verbundenen Gefahren von vornherein zu minimieren, hatte der Bürgerschützenverein mit Hilfe des Ordnungsamtes ein Sicherheitskonzept ausgetüftelt: "Schützen und Publikum wurden an kritischen Stellen größtmöglich von den Pferden getrennt", schilderte Cremerius die Strategie, die letztlich aufging. Ein weiterer Aspekt: Jedes Tier wurde vor dem Zug von einem Veterinär auf seine Einsatztauglichkeit untersucht.
Höhepunkt des Nachmittags war die Parade auf der Breite Straße. Gemeinsam mit Landrat Hans-Jürgen Petrauschke, Bürgermeisterin Ursula Kwasny und dem Vorstand nahmen Christoph und Sonja Oberbach das Regiment ab. CDU-Generalsekretär Hermann Gröhe hatte sich wegen dringender Verpflichtungen im Kanzleramt entschuldigt. Dafür war er jedoch am Samstagabend beim gesamten Fackelzug dabei – und der Gast aus Berlin war begeistert: "Hier herrscht eine tolle Atmosphäre."
Das galt ohne Zweifel auch für den gestrigen Umzug. Mit 19 Tambourkorps, 18 Musikkapellen sowie starken Abordnungen aus der Nachbarschaft – darunter die berittene Artillerie aus Gierath – sahen die Besucher ein Regiment der Spitzenklasse. Ein weiteres Novum: Ex-Königin Brigitte Straube bildete mit "L'equipe noir" den Abschluss des Zuges. Eine Premiere, ein reines Frauenkorps hatte es bisher noch nicht in Grevenbroich gegeben.
Vor der Reitergruppe war traditionell die Allrather Artillerie zu sehen. Und auch dieses Korps brachte am Sonnatag eine Neuheit mit nach Grevenbroich: Die Jung-Artillerie bestritt mit roten Baretts und der Kanone "Barbara" ihren ersten Auftritt. Taufpatin für das Geschütz war übrigens Barbara Zimmermann, Ehefrau des BSV-Außenministers Lothar Zimmermann sowie Schützenkönigin von 2001 (Allrath) und 2004 (Grevenbroich).
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