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Grevenbroich: Karneval wird immer teurer

VON ANDREAS BUCHBAUER - zuletzt aktualisiert: 12.02.2010 - 21:30

Grevenbroich (NGZ). Für die Vereine ist das Ausrichten von Karnevalsveranstaltungen kein leichtes Unterfangen. Die Kosten für Künstler steigen, immer mehr Auflagen müssen erfüllt werden. Das ist mitunter eine finanzielle Gratwanderung.

Geld regnet es für die Karnevalisten nicht. Im Gegenteil: Die Kosten für die Sitzungen und Partys steigen von Jahr zu Jahr.  Foto:  L. Berns
Geld regnet es für die Karnevalisten nicht. Im Gegenteil: Die Kosten für die Sitzungen und Partys steigen von Jahr zu Jahr. Foto: L. Berns

An die ganz großen Stars des rheinischen Karnevals verschwendet Reiner Landsch keinen Gedanken. "Die Bläck Fööss oder Höhner können wir uns ohnehin nicht leisten", sagt der Präsident der KG Grielächer Orken. Die Kosten für die eigenen Veranstaltungen bereiten Landsch und seinen Vorstandskollegen genug Arbeit: Der Karneval wird von Jahr zu Jahr teurer, es kommen immer neue Auflagen hinzu. "Allein die Kosten für eine Band, die abends bei einer Veranstaltung spielt, sind in den vergangenen zehn Jahren um 30 bis 40 Prozent gestiegen", erklärt Landsch. "Ohne Sponsoren ließen sich viele Sitzungen kaum noch finanzieren. Aber die Unternehmen, die Karnevalsveranstaltungen unterstützen, streichen ihren Etat immer mehr zusammen."

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Auch das ist zu zahlen

Gema Sie vertritt die Aufführungsrechte von Komponisten, Textdichtern und Musikverlegern. Wird ein Lied öffentlich aufgeführt, muss dafür gezahlt werden.

Versicherungen Eine Haftpflichtversicherung muss ebenso abgeschlossen werden wie eine Versicherung für die Karnevalszüge.

Sorgen um den Sitzungskarneval macht sich der Grielächer-Präsident noch nicht. Doch er spürt: Die Zeiten, in denen sich der Saal fast von alleine füllte, sind vorbei. "Früher hatten wir bis zu 1400 Besucher bei unseren Sitzungen. Heute sind es 400", sagt Landsch. Vor allem Jugendliche könnten sich für den Sitzungskarneval nicht mehr so recht begeistern. Sie favorisieren reine Tanzveranstaltungen. Zudem habe sich das Angebot vervielfacht.

Das Problem mit der Konkurrenz kennt auch Alexander Mausberg vom Allstädter Jägerzug, der den Karneval in Hemmerden organisiert. "Das Karnevalsgeschäft ist hart", sagt er. "Es gibt immer mehr Veranstaltungen, und jeder muss gucken, dass er seine Bude voll bekommt." Man müsse kostendeckend planen, zugleich aber alles dafür tun, ein möglichst attraktives Programm auf die Beine zustellen. Viel Raum für Sparmaßnahmen habe man nicht. "Die Musik muss genau so bezahlt werden wie Security und Versicherungen."

Hans Teppler vom Tambourcorps "In Treue Fest", der den Karneval in Allrath gestaltet, ärgern vor allem die immer weiter steigenden finanziellen Forderungen der Gema, die Gebühren für die Aufführung von Musik kassiert. "Sie schlagen hoch zu Buche und werden immer teurer", sagt er.

Ein weiteres großes Problem, dem sich die Vereine stellen müssen, ist die frühzeitige Planung. "Wer hochkarätige Künstler bieten möchte, muss diese bis zu drei Jahre im Voraus verpflichten", sagt Landsch. "Im Paket hat der Vorstand dann Verträge unterzeichnet, für die 20 000 Euro an Künstlerhonoraren fällig werden. Das ist immer eine Gratwanderung, weil man nicht absehen kann, wie der Kartenverkauf in drei Jahren läuft."

Die Kosten für die Karnevalskünstler haben es in sich. "Ein guter Büttenredner kostet 900 bis 1200 Euro – für 20 Minuten auf der Bühne", sagt Landsch. "Das Honorar für die Top-Stars der Karnevals-Szene liegt deutlich darüber."

Quelle: NGZ


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