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Grevenbroich: Kater Tommy mutwillig angeschossen

VON STEPHANIE LICHIUS-ENGELS - zuletzt aktualisiert: 17.05.2010 - 21:30

Grevenbroich (NGZ). Anja Krieger ist immer noch fertig mit den Nerven. Ein Unbekannter hat ihren Kater Tommy angeschossen. Aus nächster Entfernung mit einer Bleikugel, die drei Zentimeter tief im Po steckte. Das Schlimmste: Laut Tierarzt wurde gezielt auf das Tier geschossen.

Anja Krieger mit ihrem angeschossenen Kater Tommy.   Foto:  M. Reuter
Anja Krieger mit ihrem angeschossenen Kater Tommy. Foto: M. Reuter

Der Tag, den die hochschwangere Neukirchenerin nie vergessen wird, begann ganz normal: "Um halb acht morgens habe ich Tommy rausgelassen", erzählt Krieger. Nach einer Stunde kam der Kater wieder. Fiepend legte er sich auf den Boden – die 25-Jährige merkte sofort, dass etwas nicht stimmte.

"Als er wieder aufstand, war der ganze Boden voller Blut. Ich konnte das Einschussloch hinten rechts am Po über der Hüfte sehen." Panikartig packte Krieger ihren Kater ins Auto, fuhr in die Notfallpraxis nach Mönchengladbach. Dort wurde die Wunde gereinigt, zwei Röntgenbilder angefertigt. "Bis dahin dachte ich noch, es sei ein Unfall gewesen. Dass sich auf der Kirmes vielleicht eine Kugel aus einem Luftgewehr verirrt hat", so Krieger. Aber: "Der Tierarzt dort sagte sofort: 'Da hat jemand ganz gezielt geschossen'. Er erklärte mir, die Kugel stecke drei Zentimeter tief im Fleisch, der Täter müsse aus einer Entfernung von höchstens zwei Metern gefeuert haben. Ich war total geschockt. Wer macht so etwas? Wir sind doch nicht im Wilden Westen!"

Auch Tommys Haus-Tierarzt, Dr. Markus Sliwon, war geschockt. "Katzenhaut ist sehr zäh und fest. Werden diese Tiere versehentlich angeschossen, bleiben die Kugeln normalerweise direkt unter der Haut stecken. Dieser Täter aber muss ein sehr großer Katzen-Hasser gewesen sein und aus nächster Entfernung abgefeuert haben. Die Kugel hat die komplette Muskulatur bis fast zur Bauchhöhle durchdrungen. So etwas habe ich noch nie gesehen. Die Operation war sehr kompliziert und hat 40 Minuten gedauert", sagt der Veterinär der NGZ. Seine größte Sorge: "Wer auf Katzen schießt, schießt vielleicht auch auf kleine Kinder."

Sliwon riet der 25-Jährigen dringend, bei der Polizei Anzeige zu erstatten. Wegen Körperverletzung gegen Unbekannt. Das machte Kriegers Freund Michael Schulz (27). Der Industriemeister informierte auch das Ordnungsamt. "Der feige Täter soll wissen, dass wir uns wehren."

Und trotz aller Angst: Wenn in der nächsten Woche Tommys Fäden gezogen werden, darf der Kater auch wieder raus: "Ich kann ihn ja nicht einsperren. Trotzdem habe ich Angst."

Quelle: NGZ


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