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Grevenbroich: Kein Häuserbau am Schloss

VON WILJO PIEL - zuletzt aktualisiert: 06.12.2006 - 21:30

Grevenbroich (NGZ). Grevenbroich Die SPD schlägt schon Alarm: Auch nach dem Abriss soll das Schlossbad-Gelände das bleiben, was es ist - ein Ort für alle Grevenbroicher. Darauf pocht Fraktionschef Edmund Feuster: „Generationen von Politikern haben dafür gesorgt, dass dort eine zusammenhängende Fläche entstand. Es wäre falsch, dieses Naherholungsgebiet künftig in kleinere Areale aufzuteilen.“

Gehen Sie über „Los“ in die nächste Runde: Beim im nächsten Jahr beginnenden Schlossbad-Monopoly will Bürgermeister Axel Prümm auf den Bau von Wohnhäusern verzichten. Er setzt vielmehr auf einen Hotelbau. 
 Foto: NGZ
Gehen Sie über „Los“ in die nächste Runde: Beim im nächsten Jahr beginnenden Schlossbad-Monopoly will Bürgermeister Axel Prümm auf den Bau von Wohnhäusern verzichten. Er setzt vielmehr auf einen Hotelbau. Foto: NGZ

Konkret befürchtet Feuster, dass im Zuge des Bad-Abrisses ein alter Wunsch der FDP umgesetzt werden könnte: „Sie hat vor einigen Jahren die Anfrage gestellt, ob an dieser Stelle Grundstücke für die so genannten ,Leistungsfähigen der Gesellschaft’ entstehen könnten. Das lehnen wir entschieden ab.“

In diesem Punkt sind sich die Sozialdemokraten einig mit Bürgermeister Axel Prümm (CDU): „Das Schlossbad-Gelände wird auf keinen Fall für den Wohnungsbau vermarktet. Eine einmalige Vermarktung dieses Filetstücks halte ich für kontraproduktiv, es gibt andere Möglichkeiten, den Haushalt zu konsolidieren“, erklärt er.

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Beliebt im Sommer

Das Schlossbad in der Freibadsaison 2006 fast ein Drittel mehr Besucher angelockt als im Vorjahr. Vom 12. Mai bis zum 1. September gingen über 42 500 Besucher baden. Insgesamt haben die Wirtschaftsbetriebe Grevenbroich rund 95 400 Euro mit dem Kartenverkauf eingenommen.

Sobald Ende Januar, Anfang Februar die Weichen für das Neurather Bad gestellt sind, will der Bürgermeister die Zukunft des Schlossbades in die politische Diskussion bringen: „Das wird eines der entscheidenden Themen des nächsten Jahres.“ Prümms Plan: Der Rat soll die Verwaltung im Frühjahr beauftragen, mehrere Vorschläge für die zukünftige Nutzung des Bad-Areals zu entwerfen. „Diese Alternativen sollen politisch diskutiert werden, damit rechtzeitig die Weichen für eine Anschlussnutzung im Jahr 2008 gestellt werden können“, meint der Verwaltungschef.

Prümm selbst macht jedoch keinen Hehl daraus, dass er eine eigene Vision hat: „Mein Wunsch wäre es, dort ein Hotel mit maximal drei Sternen anzusiedeln.“ Der Bürgermeister ist sich sicher, dass der Bedarf für ein solches Bettenhaus vorhanden ist: „Zum Beispiel für Besucher der Messen in Düsseldorf und Köln. Oder für Gäste des ADAC-Fahrsicherheitszentrums, die länger als einen Tag in Grevenbroich bleiben. Wollen sie hier übernachten, müssen sie zu einem Teil in die umliegenden Städte geschickt werden. Das muss nicht sein“, meint Prümm.

Sollte er eine politische Mehrheit für seine Pläne bekommen, will Axel Prümm folgende Bedingungen an den Hotelbetreiber stellen: „Nach Möglichkeit soll er die Abbruchkosten für das Hallen- und Freibad übernehmen und ein kleines Schwimmbad im Hause betreiben, das am Tage beispielsweise von Grevenbroicher Senioren genutzt werden kann. Darüber muss verhandelt werden.“

Zudem müsse sich die Architektur des Hauses der des Alten Schlosses anpassen: „Es sollte hier schon eine deutlich bessere Kreativität an den Tag gelegt werden, als das damals beim Bau des Hallenbades der Fall war“, meint Prümm. Im Gegenzug soll die Stadt dem Hotelier die Säle des Schlosses zur Nutzung anbieten. Ein weiterer Vorteil, den Prümm im Hotelbau sieht: „Für ein solches Projekt wird nicht die gesamte Fläche des Hallenbades, sondern nur ein Teilbereich benötigt. Das Freibad-Areal wird damit zur Grünfläche, die von der Allgemeinheit genutzt werden kann.“

Und was sagt die SPD? „Wir lehnen auch einen Hotelbau ab“, meint Edmund Feuster. Er zweifelt am Erfolg eines solchen Projekts: „Schließlich sieht der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband keinen Bedarf für ein weiteres Hotel in Grevenbroich. Und der muss es wissen.“

Quelle: NGZ


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