Grevenbroich (NGZO). Kapellen Vor der Kirche steht die Glocke, mit der bis 1991 zu Gottesdiensten geläutet wurde. Die Johanniskirche entstand 1992 an der Stelle des früheren Gotteshauses – und bereits nach 17 Jahren wird über eine Erweiterung nachgedacht. "Beim Bau wusste niemand, dass Kapellen so wachsen würde", sagt Pfarrer Thomas Winkler mit Blick auf das große Neubaugebiet nördlich der Bahn. "Wir haben schon 100 neue Gemeindeglieder. Das ist sehr erfreulich." Mit 1080 stammt rund ein Viertel der 4400 Gemeindeglieder der Evangelischen Gemeinde Wevelinghoven aus Kapellen. "Wir möchten die neuen Bewohner einbinden", erläutert Küsterin Cordula Kronenberg, "beispielsweise mit einem neuen Projektchor."
Doch das vielseitige Gemeindeleben braucht Platz – und der wird in der Johanniskirche knapp. Eine Lösung: die Erweiterung des kleinen Gotteshauses. Entscheidungen sind noch nicht gefallen – für 2010 plant Pfarrer Winkler zu dem Thema eine Gemeindeversammlung. "Wir möchten bei der Planung alle einbeziehen, die das Gebäude auch nutzen", so Kronenberg. "Zu manchen Gottesdiensten kommen über 100 Besucher, dann platzt die Kirche fast aus den Nähten", erklärt Pfarrer Winkler. Dabei kann der Kirchenraum bereits durch Schiebewände um die beiden Versammlungsräume erweitert werden. Das Untergeschoss ist fest in der Hand von Konfirmanden-, anderen Kinder- und Jugendgruppen sowie Mutter-und-Kind-Gruppen.
Die Kirche am Baum
Für die Dachsanierung und andere Projekte zur Erhaltung der Kirchengebäude sammelt die Gemeinde weiter Geld: Dafür werden auch Weihnachtsbaum-Kugeln verkauft: Die roten Kugeln ziert eine Ansicht der Evangelischen Kirche Wevelinghoven. Erhältlich sind sie bei den Küstern und in den Gemeindehäusern.
Ausbauüberlegungen gab's bereits früher. "Wir haben mal mit einem Architekten geträumt, was möglich wäre. Aber dann stand die Sanierung des Kirchendaches in Wevelinghoven an," so Winkler. Mit pfiffigen Aktionen und riesiger Spendenbereitschaft stemmte die Gemeinde das 240 000-Euro-Projekt. 190 000 davon brachten Gemeindeglieder und andere Bürger auf. Ein Förderverein zur Erhaltung der Kirchengebäude der Gemeinde wurde gegründet.
Pfarrer Winkler hat Kreuze aus den über 300 Jahre alten Dachbalken gefertigt, die für die Erhaltung der Kirchen ebenso verkauft werden wie der "Geusen-Daniel": Den Hintergrund für einen alten Balkensplitter bildet eine handgefertigte Zeichnung des NGZ-Grafikers Helmut Coenen. Gemeinde und Förderverein könnten bald vor einer neuen Herausforderung stehen. Cordula Kronenberg erläutert die bisherigen Überlegungen für einen Anbau in Kapellen: "Wir könnten entweder den rechten der beiden Gebäudeschenkel verlängern und verbreitern – oder die Kirche um einen Anbau mit viel Glas auf dem heutigen Vorplatz erweitern."
Um die 200 000 Euro dürfte der Anbau kosten. "Für eine solche Summe sind wir auf die Hilfe vieler angewiesen, verschulden wollen wir uns nicht", sagt Winkler. Aber der Erfolg bei der Sanierung in Wevelinghoven macht natürlich Mut.
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