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Grevenbroich: Kultur ohne einen Euro

VON WILJO PIEL - zuletzt aktualisiert: 11.12.2007 - 21:30

Grevenbroich (NGZ). Grevenbroich Über zu viel Arbeit wird jedoch nicht geklagt auf der „Kultur-Insel“ im Stadtpark. Diesen Eindruck vermittelt jedenfalls der Erste Beigeordnete Michael Heesch. Er meint: „Wir haben das Glück, dass unsere neun Mitarbeiter ihren Beruf auch als Hobby ansehen. 1500 Überstunden, die nicht ausbezahlt werden können, sind daher erst einmal kein großes Thema.“

Stefan Pelzer-Florack (l.) hält den Kulturbereich weiterhin im Visier . In 2008 will der Fachbereichsleiter wieder ein breites Angebot präsentieren - beispielsweise mit Kreativmärkten sowie Angeboten für Kinder und Jugendliche. 
 Foto: NGZ
Stefan Pelzer-Florack (l.) hält den Kulturbereich weiterhin im Visier . In 2008 will der Fachbereichsleiter wieder ein breites Angebot präsentieren - beispielsweise mit Kreativmärkten sowie Angeboten für Kinder und Jugendliche. Foto: NGZ

Allerdings lässt Heesch keinen Zweifel daran, dass das Ende der Fahnenstange erreicht worden sei: „Kultur kostet Geld. Daher brauchen wir wieder eine finanzielle Grundausstattung.“ Nicht für teure Events, sondern vielmehr für elementare Dinge: „Es darf nicht sein, dass wir darüber diskutieren müssen, ob eine Lampe ausgewechselt werden darf oder nicht.“

Obwohl der Etat für Kulturveranstaltungen wegen des Millionen-Defizits im Haushalt schon vor einigen Jahren auf Null gesetzt wurde, kann sich das Grevenbroicher Angebot im interkommunalen Vergleich sehen lassen. „Alleine im Museum haben wir in diesem Jahr 15 Ausstellungen und gut 100 Einzelveranstaltungen auf die Beine gestellt - ohne einen Euro in der Tasche zu haben“, erklärt Kulturamtsleiter Stefan Pelzer-Florack. Das Angebot wurde angenommen: Immerhin konnten zwischen Januar und Dezember etwa 12 000 Besucher an der Kasse der Villa Erckens registriert werden.

Info

Kultur im Netz

Das komplette Kulturprogramm ist auf der Homepage der Stadt Grevenbroich (www.grevenbroich.de) zu finden. Dort gibt es unter anderem Informationen über Konzerte im Kloster und im Bernardussaal, über das Theaterprogramm sowie das Angebot von „Kultur Extra“.

Keine schlechte Bilanz für ein Museum, das keines mehr ist, aber wieder eines werden soll. Denn in der ersten Hälfte des nächsten Jahres erwartet Michael Heesch das neue Museums-Konzept, an dem zurzeit der Ausstellungs-Experte Ulrich Hermanns aus Münster feilt (die NGZ berichtete). Wie weit die Planungen fortgeschritten sind und wohin die Reise gehen wird, will der Erste Beigeordnete noch nicht verraten. Ebenso offen ist zurzeit die Frage, ob der Landschaftsverband Rheinland (LVR) die Neuausrichtung des Hauses finanzieren wird.

„Hier setzen wir stark auf Landrat Dieter Patt. Ich habe den Eindruck, dass er uns als Vorsitzender des LVR-Kulturausschusses weiterhin unterstützen wird“, meint Heesch. Eines steht für ihn schon jetzt fest: Unabhängig von der Neukonzeption soll es auch künftig wechselnde Veranstaltungen in der Villa Erckens geben: „Unser Angebot spricht Kinder wie Erwachsene an. Diese Zielgruppenbreite möchten wir gerne erhalten“, betont Stefan Pelzer-Florack.

Zufrieden sind die Grevenbroicher Kultur-Macher auch mit der Bilanz der Stadtbücherei. Deren Ausleihzahlen sind in diesem Jahr um 15 Prozent gestiegen, ebenso die Gebührenentgelte. Beim Kabarett-Angebot „Kultur Extra“ gibt es bei derzeit 500 Abonnenten ebenfalls keine Klagen - und auch die „Bühnenabende“ haben sich positiv entwickelt: deren Abo-Zahl ist auf 150 gestiegen. „Nachdem sie in der vergangenen Saison auf unter 100 Abonnenten tendierten und damit auf der Kippe standen, haben wir mit einer veränderten Programmstruktur noch ein Kehrtwende erreichen können“, erklärt Pelzer-Florack.

Was ihn und Michael Heesch besonders freut: Grevenbroichs Ausstellungsräume in der Versandhalle, im Museum und dem Haus Hartmann sind unter Künstlern gefragt wie nie zuvor. „Schön, dass die Stadt als kulturelle Plattform angenommen wird“, betont der Erste Beigeordnete. Allerdings ist die Nachfrage schon jetzt so groß, dass problemlos Ausstellungen bis zum Jahr 2010 gebucht werden könnten. Heesch überlegt vor diesem Hintergrund, ein Gremium des Kulturausschusses einzusetzen - „damit Fachleute entscheiden, wer hier ausstellen darf und wer nicht“.

Quelle: NGZ


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