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Grevenbroich: Kunstpreis für Grevenbroich

VON WILJO PIEL - zuletzt aktualisiert: 21.03.2008 - 21:30

Grevenbroich (NGZ). Grevenbroich Der gesamte Stadtrat soll applaudiert haben, als er jüngst hinter geschlossenen Türen von dem Projekt erfuhr: Der seit 2005 von der Sparda-Bank West vergebene Kunstpreis NRW geht im nächsten Jahr definitiv an Grevenbroich.

Auf Standortsuche: (vl.) Berthold Reinartz, Dr. Axel Prümm, Jens Budke, Ursula Wißborn, Professor Hans-Reiner Willmen und Dr. Martina Flick. Die Grevenbroicher erwartet ein 100 000 Euro teures Kunstwerk - wie Stefan Sous’ „Chip“ in Dortmund oder Guillaume Bijls „Ein neuer erfolgreicher Tag“ in Wuppertal.  Foto: M. Reuter
Auf Standortsuche: (vl.) Berthold Reinartz, Dr. Axel Prümm, Jens Budke, Ursula Wißborn, Professor Hans-Reiner Willmen und Dr. Martina Flick. Die Grevenbroicher erwartet ein 100 000 Euro teures Kunstwerk - wie Stefan Sous’ „Chip“ in Dortmund oder Guillaume Bijls „Ein neuer erfolgreicher Tag“ in Wuppertal. Foto: M. Reuter

Die Stadt ist damit nach Düsseldorf, Dortmund und Wuppertal der vierte Preisträger. Warum die Wahl ausgerechnet auf die 64 000-Einwohner-Kommune an der Erft fiel, ist rasch erklärt: „Der Bürgermeister hat mir einen Brief geschrieben und angefragt, ob die ,Bundeshauptstadt der Energie’ für den Preis in Frage komme“, schildert Berthold Reinartz, Vorstandsvorsitzender der Bank. Die Anfrage wurde positiv beschieden, zumal Reinartz - was Grevenbroich betrifft - bestens im Thema ist, denn er wohnt in Elfgen.

Die Idee, einen Kunstpreis zu vergeben, entstand zum 100-jährigen Bestehen der Bank, die landesweit 66 Filialen unterhält: „Vor dem Jubiläum haben wir uns vorgenommen, künftig die Kunst im öffentlichen Raum zu fördern - also etwas Dauerhaftes zu schaffen, das draußen steht“, skizziert Berthold Reinartz.

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Keine Folgekosten 

Das Kunstwerk wird der Stadt alsSchenkung übergeben, sie muss nur das Fundament bezahlen. An Folgekosten kommt nichts auf die Kommune zu: Der Kunstverein Grevenbroich wird eine Patenschaft übernehmen, um die Skulptur dauerhaft zu erhalten.

Zu diesem Zweck wurde die Stiftung „Kunst, Kultur und Soziales“ gegründet, die 2005 erstmals den mit 100 000 Euro dotieren Preis an Düsseldorf vergab. Der Kunstprofessor Bogomir Ecker schuf für die Landeshauptstadt die 7,60 Meter hohe und knallrote Stahlskulptur „Nur oben“. Für den zweiten Preisträger, Dortmund, entwarf Stefan Sous die Skulptur „Chip“, zurzeit arbeitet Guillaume Bijl an der Großfigur „Ein neuer erfolgreicher Tag“, die bald in Wuppertal übergeben wird.

In Grevenbroich werden schon in diesem Jahr die Weichen gestellt. Es wird ein Ideen-Wettbewerb ausgeschrieben, an dem sich Künstler aus ganz Nordrhein-Westfalen beteiligen sollen. „Wir bekommen in der Regel etwa 20 Vorschläge, aus denen wir dann sechs oder sieben in die engere Wahl ziehen“, erklärt Ursula Wißborn, Geschäftsführerin der Stiftung.

Diese Künstler werden aufgefordert, Modelle zu entwerfen, die voraussichtlich im Herbst von einer Jury bewertet werden. Zu diesem Gremium gehören die Direktorin der Kunsthalle Düsseldorf, Dr. Ulrike Groos, Renate Ulrich aus der Staatskanzlei NRW, zwei Vertreter der Stadt Grevenbroich sowie Berthold Reinartz, Jürgen Thurnau und Manfred Stevermann, Vorstände der Sparda-Bank. Zudem werden zwei Berater ohne Stimmrecht zugelassen - etwa Mitglieder des Kunstvereins unter Leitung von Professor Hans-Reiner Willmen.

Bevorzugt werden übrigens Kunstwerke, die sich mit dem Slogan „Bundeshauptstadt der Energie“ beschäftigen. „Dieser Titel mit einer Skulptur verknüpft - das kann spannend werden“, meint Berthold Reinartz. Der Künstler hat etwa ein dreiviertel Jahr lang Zeit, sich seiner Arbeit zu widmen - voraussichtlich im Spätsommer 2009 soll die Skulptur aufgestellt werden.

Und wo? Mit dieser Frage wird sich schon bald der Kulturausschuss unter Leitung von Dr. Martina Flick beschäftigen. Ein möglicher Standort: der Eingang zum Gartenschau-Gelände gegenüber dem Rathaus.

Obwohl Jens Budke, Leiter der Sparda-Geschäftsstelle in Grevenbroich, einen speziellen Standort favorisiert - am Eingang zur Breite Straße, in Nähe der Bank. Dafür müsste allerdings die als „dicke Emma“ im Volksmund bekannte „Frau mit Tasche“ des Künstlers Karl Henning Seemann versetzt werden. Was für Budke kein Problem wäre: „Diese Skulptur stört die Schützen doch nur bei ihren Umzügen . . .“

Quelle: NGZ


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