Team zusammengestellt (NGZO). Knapp fünfzig Tage nach ihrem Dienstantritt hat Bürgermeisterin Ursula Kwasny jetzt ihr engeres Team zusammen
Norbert Häke erfuhr es via Intranet – und sein Tag war verdorben. Denn was ihm da über die interne Datenleitung des Rathauses auf dem Bildschirm flatterte, betraf den Sprecher der Stadt Grevenbroich in höchstem Maße selbst. Sein Job war praktisch über Nacht an einen anderen Mitarbeiter der Verwaltung vergeben worden: Kollege Andreas Sterken von der Stadtplanung ist nun offizieller Pressechef des Rathauses. "Ich war geschockt", meint Häke: "Denn davon habe ich nichts gewusst."
Bürgermeisterin Ursula Kwasny hat jetzt den größten Teil ihres engeren Mitarbeiterstabs zusammengestellt – und sich bei dieser Gelegenheit für einen neuen Sprecher entschieden: "Ich habe lange über diese Personalentscheidung nachgedacht", gibt die Verwaltungschefin zu. Letztlich habe sie sich für Andreas Sterken ausgesprochen: "Weil in einer solchen Position die Chemie zwischen Bürgermeisterin und Mitarbeiter stimmen muss."
Sterken ist kein Unbekannter auf der zweiten Etage des weißen Hauses am Marktplatz: Der Neuenhausener mit dem SPD-Parteibuch war bereits unter Bürgermeister Theo Hoer stellvertretender Stadtsprecher. Hoers Nachfolger Axel Prümm setzte jedoch den Laacher CDU-Mann Norbert Häke ein, der zuvor im Ausländeramt tätig war – und nun wieder seinen Schreibtisch räumen muss. Etwa weil er für den (ungeliebten) Vorgänger arbeitete? "Nein, das hat mit Axel Prümm nichts zu tun", bekräftigt Kwasny: "Es geht hierbei rein um ein harmonisches Zusammenwirken." Auch könne sie die Verwunderung Häkes nicht nachvollziehen: "Natürlich haben wir im Vorfeld über diese Besetzung gesprochen."
Der zweite wichtige Posten, den die Bürgermeisterin in ihrem Umfeld besetzte: Sie holte sich Dr. Marc Saturra an ihre Seite. Da sich Ursula Kwasny keinen persönlichen Referenten leisten mag, wird sie nun von dem städtischen Rechtsexperten unterstützt. Der Jurist wird Leiter des Bürgermeisterbüros – eine Aufgabe, die zuvor auch Norbert Häke inne hatte. Welcher Job für ihn nun im Rathaus in Frage kommt, steht übrigens noch nicht fest: "Er wird eine gleichgestellte Position erhalten. Es darf nicht den Anschein einer Strafversetzung haben – denn die ist es nicht", meint Ursula Kwasny.
Vom Personalrat werden die Entscheidungen der Bürgermeisterin übrigens noch nicht kommentiert. Der Grund: "Offiziell wissen wir davon noch nichts", so Personalratsvorsitzende Anneliese vom Scheidt.
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