Grevenbroich (NGZ). Der Wolkenbruch am Donnerstag hat besonders das Erasmus-Gymnasium getroffen. Etliche Räume wurden überflutet, der Flügel in der Aula ist nicht mehr zu gebrauchen. Der Wassereinbruch ist kein Einzelfall in der Schule.
Der Himmel verdunkelte sich, im Sturm peitschte der Regen fast waagerecht über die Straßen. Acht Wasser- und Sturmeinsätze beschäftigten am Donnerstagabend die Grevenbroicher Feuerwehr nach den starken Regengüssen – an manchen Orten in NRW fielen 20 bis 30 Liter je Quadratmeter. Allein zwei Stunden lang pumpten rund 20 Feuerwehrleute im Erasmus-Gymnasium Räume leer. Bis zu 15 Zentimeter hoch stand das Wasser – und das anderthalb Tage vor dem großen Schulfest (Samstag von 12 bis 17 Uhr) zum 150-jährigen Bestehen.
Am Freitag war Aufräumen angesagt: Während die einen Schüler fürs Fest organisierten, sichteten andere die Schäden – sortierten nasse Bücher, Spiele und Puzzles aus, die beim Trödelmarkt am Samstag verkauft werden sollten. Manches ist nicht mehr zu retten. Ein anderes "Opfer" ist der Flügel in der Aula, der bei vielen Konzerten benötigt wird. Das Wasser floss vom Dach ins Instrument. "Ich bin kein Klavierbauer, aber der hat wohl einen hohen Wasserschaden", sagt Musiklehrer Uwe Winter.
Weitere Einsätze
Zahl Die Feuerwehr rückte mit rund 50 Einsatzkräften zu acht Unwetter-Einsätzen in mehreren Stadtteilen aus.
Wasser In Gustorf-Gindorf stand Wasser auf mehreren straßen. Pumpen musste die Wehr etwa in einem Keller am Marienplatz.
Sturm An der Bischof-Nettekoven-Straße (Südstadt) drohte ein Ast auf den Bürgersteig zu stürzen.
Eine spontane Rettungsaktion verhinderte Schlimmeres. Ein Lehrer, der abends in der Schule war, bemerkte den Wassereinbruch. Ein Pädagoge der Musikschule rettete beherzt Musikinstrumente vor dem Wasser. Feuerwehr, Hausmeister Horst Heyer und andere rückten an. "Bis kurz vor Mitternacht liefen die Arbeiten", schildert Schulleiter Michael Jung. Von mehreren Seiten war das Wasser gekommen. "Es war schlimm", so Jung. Laut Dezernent Claus Ropertz von der Stadt packte der Regenwasserkanal auf der Röntgenstraße die Mengen nicht mehr. "Durch die Kraft wurden Gullydeckel hochgedrückt." Über den Hof und die Außentreppe schoss das Wasser in die Cafeteria im Keller, sogar durch Waschbecken-Abflüsse sei es gekommen. Der Probenraum mit Musikinstrumenten, der Filmraum und die kleine Turnhalle waren betroffen. Der Wind drückte das Wasser durch die fenster in naturwissenschaftliche Räume. Der Mensa-Neubau blieb dagegen trocken.
Die Flut ist kein Einzelfall am Gymnasium. "Wir hatten schon mehrere Wassereinbrüche. Der Knackpunkt sind die maroden Fenster am Gebäudekomplex von 1978", erklärt Jung. Auch die Stadtverwaltung kennt den Handlungsbedarf – und stellt eine Lösung in Aussicht. "In den vorigen Jahren haben wir in zwei Abschnitten bereits einen Teil der Fenster am Gymnasium erneuert", sagt Ropertz, der ankündigt. "Spätestes gegen Ende des Jahres wollen wir mit der Fenstersanierung fortfahren." Auch das Problem des unzureichenden Rinnen-Systems auf dem Aula-Dach solle behoben werden.
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