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Grevenbroich: Lange Öffnungszeiten erhalten

VON DANIELA BUSCHKAMP - zuletzt aktualisiert: 22.02.2012

Grevenbroich (NGZ). Auf Landesebene werden kürzere Ladenzeiten diskutiert. Für die Grevenbroicher FDP überflüssig: Sie lehnt die Pläne von Rot-Grün ab. Händler, die bereits die Geschäfte länger öffnen, sind mit den Erfahrungen zufrieden.

Edeka Stahl gehört zu den Geschäften, die nach 20 Uhr geöffnet sind. Die Grevenbroicher FDP lehnt Landes-Pläne für kürzere Öffnungszeiten ab.  Foto:  M. Reuter
Edeka Stahl gehört zu den Geschäften, die nach 20 Uhr geöffnet sind. Die Grevenbroicher FDP lehnt Landes-Pläne für kürzere Öffnungszeiten ab. Foto: M. Reuter

Die Landesregierung darf die Geschäftszeiten nicht auf 22 oder gar auf 20 Uhr verkürzen. Die Grevenbroicher FDP betont, dass die Stadt dies nicht hinnehmen dürfe – und sich positionieren müsse. "Grevenbroich ist ein Erfolgsbeispiel für die liberalen Ladenöffnungszeiten. Ich lade Hannelore Kraft und Wirtschaftsminister Voigtsberger gerne ein, sich die Praxis hier anzuschauen. Nur ein Supermarkt in der Stadtmitte hat ganzjährig bis Mitternacht geöffnet. Das zeigt, dass es keines regulatorischen Eingriffs der Politik bedarf", so FDP-Chef Markus Schumacher. Astrid Stahl, die ihren Edeka-Markt bis 24 Uhr an sechs Tagen öffnet, geht weiter: "Kürzere Geschäftszeiten wären fatal."

Info

Gesetz in NRW

Öffnungszeiten Seit November 2006 sind die Ladenöffnungszeiten freigegeben: Geschäfte dürfen an sechs Werktagen rund um die Uhr geöffnet haben.

Verkaufsoffene Sonntage Pro Jahr sind vier verkaufsoffene Sonntage erlaubt; einer davon in der Adventszeit. Öffnungszeit: maximal fünf Stunden.

Nach Plänen der rot-grünen Landesregierung sollen die Läden werktags um 22 Uhr schließen. 2006 waren die gesetzlichen Rahmenbedingungen geändert worden: In Nordrhein-Westfalen können die Händler – je nach Branche – an Werktagen rund um die Uhr öffnen. Vier verkaufsoffene Sonntage pro Jahr, einer in der Adventszeit, sind erlaubt.

Und daran soll sich nichts ändern – das meinen etwa Fred Schlangen, Chef des Werberings sowie Vertreter von "Edeka Stahl", "Kaufland" und "Toom". "Die Verbraucher haben sich etwa in der Lebensmittelbranche, daran gewöhnt, dass sie länger einkaufen können", meint Fred Schlangen. Gerade für Frauen, die in Teilzeit arbeiten wollen, böten sich neue Möglichkeiten. "Viele wählen bewusst diese Arbeitszeit", so der Vorsitzende des Werberings. Er wünscht sich mehr Freiheiten an Sonntagen: "Die Sonntagsregelung halte ich für restriktiv."

Astrid Stahl ("Edeka Stahl") könnte schlecht auf die Geschäftszeiten bis 24 Uhr verzichten: "Gerade dann kommen viele Kunden, die Schichtdienst haben. Auch Frauen mit Kindern entscheiden sich bewusst für den Abend, wenn sich der Mann um die Kinder kümmern kann." Wenn Stahl wieder um 20 Uhr schließen müsste, würde sie ihr Personal umstrukturieren und könnte weniger Teilzeitjobs bieten.

Lebensmittler "Kaufland" hat montags bis samstags bis 22 geöffnet: "Wir haben die Liberalisierung des Ladenschlussgesetzes begrüßt", so Sprecherin Andrea Kübler. Die Umsetzung sei an jedem Standort geprüft und mit Blick auf die Kundenerwartungen realisiert worden. "Die Verbraucher entscheiden über längere Öffnungszeiten – und diese Freiheit würden wir auch weiterhin begrüßen."

"Gute Erfahrungen" mit dem bis 22 Uhr geöffneten Freitag gibt es seit März 2010 beim "Toom"-Baumarkt: "Viele Heimwerker wollen bereits am Freitag nach der Arbeit ihre Einkäufe und Vorbereitungen erledigen", so Marco Sandner, Sprecher der Rewe Group.

"Wir brauchen keine Gängelung", betont Markus Schumacher.

Quelle: NGZ/rl


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