Grevenbroich (NGZ). Grevenbroich Eine Kunststofflaufbahn, die hatte der damalige Bürgermeister Hans Gottfried Bernrath den Sportlern der SG Neukirchen-Hülchrath zum 75-jährigen Bestehen versprochen. „Hoch und heilig“, wie sich Vorsitzender Friedel Netzer erinnert: „Erst sollte das Schloss-Stadion mit Kunststoff ausgerüstet werden, dann sollten wir dran sein.“ Das war 1989 - beide Vereine warten heute noch auf dieses Geschenk.
Dafür sind jetzt an der Viehstraße in Neukirchen die Kleinbagger und Laster angerollt. Die in die Jahre gekommene 400-Meter-Laufbahn wird auf Vordermann gebracht, zwar nicht mit Kunststoff - aber immerhin. „Wir sind froh, dass an unserer 1974 eröffneten Bahn endlich etwas getan wird“, kommentiert SG-Mann Werner Moritz: „Es wurde Zeit.“
„Die Bahn weist gravierende Mängel auf. Der komplette Belag und die Entwässerung müssen in den nächsten Monaten erneuert werden, im Kugelstoßkreis und in der Weitsprunggrube wird ebenfalls das Material ausgetauscht. Das ist eine Komplettsanierung, keine Flickschusterei“, unterstreicht Rainer Baumgardt, Geschäftsführer der Wirtschaftsbetriebe Grevenbroich (WGV).
Und diese Instandsetzung lässt sich die Stadt 60 000 Euro kosten. Was wiederum einen großen Teil der Sportpauschale ausmacht, die das Land der Kommune jährlich zuschießt: „Das sind etwa 150 000 Euro, die durch diese Maßnahme schon zu einem guten Teil verbraucht sind“, betont Sportdezernent Michael Heesch. Und weitere 45 000 Euro stehen demnächst in Kapellen an. Denn an der Weimarstraße wird ebenfalls die 400-Meter-Bahn erneuert - auch ihr wurden erhebliche Mängel attestiert.
„Im Schloss-Stadion und auf der Süd-Anlage sind die Laufbahnen in einem zufrieden stellenden Zustand. Jetzt ist es an der Zeit, die gut 30 Jahre alten Bahnen in den beiden anderen Leichtathletik-Zentren im Stadtgebiet in Ordnung zu bringen“, erklärt der Sportdezernent den Hintergrund. Rainer Baumgardt rechnet damit, dass die Arbeiten auf den beiden Anlagen rund 2000 Stunden dauern werden: „Wenn das Wetter mitspielt, sind wir wohl zum Ende des Jahres fertig.“
Im nächsten Jahr werden die Arbeiten fortgesetzt. Auf den Sportanlagen in Gustorf, Wevelinghoven und Frimmersdorf steht ebenso eine Laufbahn-Sanierung an. Mit dem Unterschied, dass die Bahnen dort von 400 auf 100 Meter verkürzt werden, der Rest wird eingegrünt: „Das ist mit den jeweiligen Vereinen im Vorfeld abgesprochen worden, wir haben ihr Einverständnis“, signalisiert Heesch. Die Bahnen werden lediglich für den Schulsport benötigt: „Da reichen 100 Meter aus.“ Dieser Aktion muss der Stadtrat jedoch noch zustimmen.
Mit der Bahn-Sanierung in den beiden Leichtathletik-Zentren versucht die Stadt Grevenbroich, ihren Sanierungsstau auf den Sportanlagen abzubauen - „zumindest ein wenig“, wie Heesch unterstreicht. Für etwa 3,8 Millionen Euro muss in Hallen und auf Plätzen repariert, verbessert und instand gesetzt werden. „Das ist für uns noch ein sehr weiter Weg“, meint Heesch.
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