Zisterziensermönche erweitern Kapazität im St. Andreas Altenheim (NGZ). Konflikte in der Familie, Krankheit, keine Wohnung - dies sind Situationen, die Menschen nach Hilfe suchen lassen. Besonders Männer in einem fortgeschrittenen Alter. Sie finden hinter den dicken Mauern des Zisterzienserklosters in Langwaden eine Bleibe - und mehr als das. "Wir sind kein normales Altenheim", sind sich Prior Pater Basilius Ullmann und Heimleiter Jutta Piehler einig. "Bei uns herrscht eine familiäre Atmosphäre." Den Lebensabend hinter Klostermauern verbringen statt mit Krankheit und Problemen allein zu sein - dies können 24 Männer im St. Andreas Altenheim, das im Ostflügel von Kloster Langwaden erweitert wurde. NGZ-Foto: H. Jazyk
Jetzt wurde das Angebot des St. Andreas Altenheims auf 24 Plätze erweitert. Finanziert hat dies das Kloster mit eigenen Mitteln und mit Unterstützung des Diözesan-Caritasverbandes. Die Nachfrage ist groß: Alle Zimmer sind bereits wieder vergeben. "Hallo Kuddel", tönt es locker über in der zweiten Etage des Hauptgebäudes, wenn der Prior in den Fluren des Altenheimes unterwegs ist. Sitzecken mit gemütlichen Sofas, ein großer Gemeinschaftsraum, für jeden Mann ein eigenes Zimmer und eine herzliche Atmosphäre: Dies zeigt, dass das Altenheim St. Andreas mehr ist als ein Ort, um sein Leben zu beschließen.
"Die Bewohner sind Teil einer generationsübergreifenden Hausgemeinschaft", erläutert Heimleiterin Piehler. Wer körperlich dazu in der Lage ist, übernimmt Arbeiten im Garten, pflegt Rosen und fegt Laub. "Zurzeit ist das natürlich nicht möglich", meint Jutta Piehler mit Blick auf die frostigen Temperaturen. "Damit sind nicht alle zufrieden", ergänzt der Prior mit einem Lächeln. Wer früher in der Landwirtschaft gearbeitet habe, vermisse jetzt die frische Luft und die regelmäßige Betätigung. Noch bis Ende Januar wird es dauern, bis auch die beiden zurzeit noch leeren Zimmer bezogen sind.
"Es ist nicht einfach, in eine bestehende Gruppe Neuankömmlinge zu integrieren", weiß Jutta Piehler zu berichten. Wichtig sei hier das schrittweise Vorgehen gewesen. "Wir haben die neuen Bewohner begrüßt, aber die anfangs kritischen Blicke der Anderen konnten wir ihnen nicht abnehmen", so die Heimleiterin. Jeder müsse jetzt langsam seinen Platz in der Gruppe selbst finden. Einen Platz, um sich zurückzuziehen, bieten die Einzelzimmer. Sie wurden jetzt für die weiteren sechs Altenheim-Bewohner mit neuen Möbeln eingerichtet. Zuvor waren die Räume im Ostflügel von der Wohnstätte St. Bernhard genutzt worden.
"Diese Angebot haben wir jetzt etwas verkleinert", erläutert Prior Basilius. Stattdessen wird die zweite Etage im Haupthaus ganz für das St. Altenheim Andreas genutzt. "Diese Erweiterung erscheint uns auch aus baulicher Sicht sinnvoll", sind sich Prior und Heimleiterin einig. Das Altenheim bilde nun eine Einheit. Damit zielt die Bezeichnung "Altenheim" weniger auf das Alter der Bewohner. "Sie sind eigentlich relativ jung, zwischen 54 und 75 Jahren", erzählt Jutta Piehler. Doch ihre besonderen Lebensumstände haben sie schneller altern lassen. "Viele waren obdachlos, hatten Suchtprobleme und waren körperlich in schlechter Verfassung", so die Heimleiterin.
Ohne die Unterbringung in St. Andreas wären sie verwahrlost, ist sie überzeugt. Viele Männer aus der Wohnstätte St. Bernhard wechseln anschließend direkt in das Altenheim, wenige kommen von außerhalb. Pflegebedürftig im Sinne der Pflegeversicherung ist aber keiner der Bewohner. "Dazu haben wir auch nicht das notwendige Personal", so Piehler, die noch von Hans Zimmermann unterstützt wird. Er übernimmt die Fahrt und die Begleitung zum Arzt.
Finanziert wird der Aufenthalt im Altenheim über Pflegesätze. die entweder der örtliche Sozialhilfeträger oder ausnahmsweise der Landschaftsverband tragen kann. "Mit dieser Erweiterung ist auch unsere Kapazität erschöpft", meinen Pater Basilius und Jutta Piehler übereinstimmend. "Nur so können wir auch unseren Anspruch an eine Rund-um-Betreuung erfüllen: Nicht nur menschlich, sondern auch religiös, wenn die Bewohner dies wünschen", betont der Prior. busch
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