Grevenbroich (NGZ). Das Geschäfts- und Wohnzentrum Lindencarré kommt nicht voran. Der Investor Van der Looy hat zwar für die Ladenflächen Mieter, die Stadt lehnt dort aber - außerhalb der City - einen so großflächigen Einzelhandel ab.
Grevenbroich Auf Grafiken im Internet ist das rund 20 Millionen Euro teure Projekt an der Lindenstraße bereits fertig, doch außerhalb der virtuellen Welt stehen die Grevenbroicher am Rand des Buckauviertels seit Jahren vor einer wenig ansehnlichen Brachfläche.
Das vom Unternehmen Van der Looy geplante Lindencarré kommt nicht voran. „Wenn es nach uns ginge, könnten wir sofort loslegen. Wir stehen in den Startlöchern“, erklärt Hermann-Josef Ketteler von der Van der Looy Projektmanagement Deutschland GmbH auf Anfrage der NGZ.
„Wir haben solvente Mieter für den Einzelhandel. Aber die Stadt sieht sich aufgrund der Mieterstruktur nicht in der Lage, eine Baugenehmigung zu erteilen.“ Die geplante Struktur entspreche laut Stadt nicht dem Einzelhandelskonzept.
Daten zum Lindencarré
Das U-förmige Lindencarré soll in acht Wohn- und Geschäftshäuser gegliedert werden. Im Erdgeschoss sind Ladenflächen auf 2200 Quadratmetern geplant, im Obergeschoss sollen auf 1000 Quadratmetern Büros und Praxen angesiedelt werden. Außerdem sind rund 60 Wohnungen mit jeweils zwischen 80 und 110 Quadratmetern vorgesehen. Informationen zum Projekt gibt es unter www.lindencarre.de
Drei Einzelhandelsmieter sollen ins Erdgeschoss: „Auf 550 Quadratmetern sind Textil-Sortimente vorgesehen, auf 550 Quadratmetern hochwertige Drogerieartikel sowie auf 799 Quadratmetern Lebensmittel.“ Auch für die Flächen im Obergeschoss „haben wir Interessenten“, erläutert Ketteler.
„Von Startlöchern zu sprechen halte ich für unangemessen, da sollte eigentlich schon gebaut werden“, meint dazu Planungsdezernent Werner Hoffmann. Schließlich bestehe bereits „seit 2005 ein Vorhaben- und Erschließungsplan, den Stadt und Investor unterzeichnet haben.
Darin ist auch die Nutzung der Geschäftsflächen festgelegt. Vorgesehen ist eine ausgewogene Mischung mit nicht störendem Einzelhandel, Dienstleistung, Kleingewerbe und Praxen.“ Der Investor habe später neue Pläne zur Nutzung vorgelegt, und die seien „nicht vertragskonform. Von kleinteilig kann nicht die Rede sein. Da entstehen größere Märkte, werden Teile der Innenstadt nach draußen verlagert“, sagt Hoffmann.
Eine andere Sicht der Dinge hat das Investor-Unternehmen: „Wir interpretieren das Lindencarré als Bestandteil des Ortszentrums, in wenigen Fußminuten wäre man von dort im Vorzimmer des Bürgermeisters“,so Ketteler. Für die geplante Ansiedlung sei eine Änderung des Bebauungsplans nötig, doch: „Nach den ersten Gesprächen mit Mitgliedern des Planungsausschusses sehen wir dafür derzeit keine Mehrheit.“
Schon seit langem verzögert sich das Projekt. Eigentlich war der Baubeginn für 2006 geplant. Damals sollte die größte gewerbliche Fläche an eine Ärztegemeinschaft vermietet werden, die ein Gesundheits- und Wellnesszentrum errichten wollte. Der Mietvertrag lag laut Ketteler schon unterschriftsreif vor, als der Ankermieter absprang. Neue Mieter wurden gesucht.
Im März 2007 hatte Ketteler noch optimistisch erklärt: „In diesem Jahr geht es definitiv los“. Doch die Bagger blieben bislang aus. Wenn es keine Lösung gebe, würde die Fläche weiter brachliegen, so der Projektmanager, der betont: „Wir stehen für Gespräche zur Verfügung, sind kompromissbereit.“
Gesprächsbereitschaft signalisiert auch Hoffmann: „Unser Ziel ist, schnell auf die Rennpiste zu gehen, das Areal zügig zu bebauen. Wir bieten dem Investor an, gemeinsam, vielleicht mit einem dritten Interessierten, ein Konzept zu finden, das innenstadtverträglich und für den Investor vermarktbar ist.“
Planungsausschussvorsitzender Norbert Gand machte am Mittwoch deutlich, „dass wir keinen Plänen zustimmen, die mit unserem Ziel kollidieren, den innerörtlichen Einzelhandel in der Innenstadt zu stärken“.
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