Grevenbroich (NGZ). Frimmersdorf (S.M.) Hinter verschlossenen Türen verlief die mit Spannung erwartete außerordentliche Mitgliederversammlung der Sportgemeinschaft (SG) Frimmersdorf/Neurath angesichts des ausgebliebenen Showdowns offensichtlich weniger spektakulär, als im Vorfeld zu erwarten gewesen war.
„Eine gewisse Brisanz entzogen“ hat dem nur knapp zwei Stunden dauernden Treffen im Sportheim nach den Worten des stellvertretenden Vorsitzenden Jakob Noll die Tatsache, dass der bisherige Vorsitzende E. entgegen seiner vorherigen Ankündigung nicht zur Wiederwahl angetreten war.
„Eine Stunde vor der Versammlung stand noch nicht fest“, ob E. noch einmal kandidieren würde, sagt Jakob Noll: „Er wäre nicht durchgekommen“, meint er angesichts des Stimmungbilds in der Versammlung.
Die Frau des bisherigen Vorsitzenden machte in der von gut 60 Mitgliedern besuchten Zusammenkunft für sein Fernbleiben gesundheitliche Gründen geltend. Wie berichtet, wurde gegen den langjährigen Vorsitzenden des Sportvereins Anzeige erstattet. Ihm wird unter anderem die Veruntreuung von Vereinsgeldern vorgeworfen.
Stoff genug für viele Fragen der Mitglieder, von denen manche naturgemäß offen blieben. „Einiges ist erledigt, aber es gibt noch Klärungsbedarf“, sagt Jakob Noll. Dies betreffe die Jugendkasse des Vereins, während dessen Hauptkasse offensichtlich in Ordnung ist - dem Vorstand wurde insoweit Entlastung erteilt.
Der zwischenzeitlich unternommene Versuch, durch die Rücknahme einer Anzeige gegen den bisherigen Vorsitzenden die Zwistigkeiten intern zu bereinigen, dürfte wohl zum Scheitern verurteilt sein. Da Untreue ein so genanntes Offizialdelikt ist, lassen sich die Ermittlungen auf diesem Wege nicht mehr stoppen.
Auch wenn es Jakob Noll zufolge „am Anfang gar nicht danach aussah“, sei es doch gelungen, „einen handlungsfähigen Vorstand“ zu wählen. Neuer Vorsitzender ist der bisherige Geschäftsführer Jürgen Linges, der gemeinsam mit Rüdiger Zaeske - bis dato Jugendleiter und neuer Geschäftsführer - als schärfster Kritiker des umstrittenen Vereinschefs in Erscheinung getreten ist. Wie berichtet, hatten beide mit Rücktritt gedroht, falls E. wiedergewählt werden sollte. Zweiter Vorsitzender wurde wiederum Jakob Noll.
Jürgen Linges, der dem Verein „schon ewig“ angehört und zehn Jahre als Geschäftsführer amtierte, hätte gehofft, dass sein Vorgänger sich „schon früher“ von der Vereinsspitze zurück gezogen hätte. Wie Linges sagt, „rühren die Probleme aus der Jugendkasse her.“
Enttäuscht zeigte sich die Ehefrau des bisherigen Vorsitzenden: „Herr Linges und Herr Zaeske haben die Schlammschlacht gewonnen.“ Dass ihr Mann nicht mehr angetreten ist, rühre von dem „massiven Druck“ her, den seine Widersacher auf ihn ausgeübt hätten. „Der Tag war gut gewählt“, sagt die frühere stellvertretende Vorsitzende: Die erste und zweite Mannschaft seien unterwegs gewesen und hätten an dem jetzigen Treffen nicht teilnehmen können.
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