Grevenbroich (NGZO). Die Grevenbroicher sollen künftig wieder vor ihrer eigenen Haustüre kehren. Die Fraktion "Freie Bürger/Die Linke" will nämlich die Straßenreinigung abschaffen. "Der Bürger sollte – wie früher – wieder selbst zum Besen greifen", meint Vorsitzender Friedrich Denker. Er verspricht sich davon einen Einspareffekt von etwa einer Million Euro.
Für die Stadt Grevenbroich übernimmt die Entsorgungsgesellschaft Niederrhein – kurz EGN – die Reinigung der Straßen. "In vielen Orten werden die Fahrbahnen aber nicht richtig sauber. Denn parkende Autos versperren den Reinigungsfahrzeugen immer häufiger den Weg", erklärt Denker. Die Folge seien nicht nur schmutzige Straßenränder, sondern auch Müll, der sich entlang der Fahrbahnen ansammelt. Friedrich Denker wundert das nicht: "Der Bürger bezahlt schließlich seine Gebühren für das Kehren. Geht das nicht ordnungsgemäß über die Bühne, greift er nicht etwa zum Besen, sondern zum Telefon, um sich bei der Verwaltung zu beschweren."
Hier will Denker ansetzen und wieder eine allgemeine Kehrpflicht in Grevenbroich einführen. "Diese Maßnahme würde Geld sparen. Außerdem würde sie den Effekt haben, dass die Bürger ihren Abfall nicht einfach auf der Straße entsorgen. Weil sie schnell bemerken werden, wie unangenehm es sein kann, fremden Müll vor der eigenen Haustüre wegzufegen."
Bürgermeisterin Ursula Kwasny hatte bei ihrer ersten Bilanz-Pressekonferenz schon angedeutet, dass sich die Grevenbroicher von einigen lieb gewonnenen Gewohnheiten verabschieden müssten. Angesichts der desolaten Haushaltslage gehöre vieles auf den Prüfstand. Auch die Straßenreinigung? "Alles ist möglich", so Kwasny.
Die neuesten Nachrichten und Berichte aus Politik, Wirtschaft, Panorama, Sport, Kultur, Gesellschaft, Wissenschaft, Multimedia, Auto,
Reise und Beruf - im Archiv auch gratis recherchierbar. Dazu die besten Bilder, Live-Ticker, Kolumnen und Hintergrundberichte.