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Grevenbroich: Literatur-Treffen mit Chamäleon

VON CARSTEN SOMMERFELD - zuletzt aktualisiert: 19.01.2007 - 22:00

Grevenbroich (NGZ). Grevenbroich Der Zeitplan ist eng gesteckt, Literatur im Zehn-Minuten-Takt erwartet am Sonntag, 28. Januar, die Besucher im Museum Villa Erckens. Die Literatenszene in Grevenbroich und Umgebung ist vielfältig - etliche Schriftsteller stellen sich beim Ersten Grevenbroicher Autorentreffen von 10 bis 16 Uhr vor.

Veranstalter ist die Stadtbücherei. Natürlich sollen nicht nur Autoren aus Grevenbroich, Jüchen und Rommerskirchen zu den Lesungen kommen, sondern auch viele andere Literaturinteressierte.

Initiator des Treffens ist Andree Hauschild, von Beruf Justizbeamter. „Ich sah an einem Buchgeschäft ein vollständig nur mit Kriminalromanen ausgestattetes Schaufenster. Und da kam mir die Idee, dass man so etwas doch auch mit Werken Grevenbroicher Autoren machen könnte.“

Der Hemmerdener stieß bei der Stadt auf offene Ohren, die Idee wurde etwas modifiziert. „In der Stadtbücherei versuchen wir ja bereits verschiedene Zielgruppen besonders anzusprechen - Kinder und Menschen über 50. Vor einiger Zeit haben wir mit dem Projekt ,Schreibtalente’ Kinder und Jugendliche zum Schreiben motiviert“, erzählt Kultur-Fachbereichsleiter Stefan Pelzer-Florack.

„Nun wollen wir Autoren aus der Heimatregion vorstellen.“ Ein lockeres ungezwungenes Treffen, bei dem auch Raum zum Erfahrungsaustausch bleibt, versprechen er und Fachbereichsmitarbeiter Thomas Wolff. „Die Zuhörer können kommen und gehen, wann sie möchten“, so Wolff.

Andree Hauschild und Büchereileiterin Ursula Göthling stellten das Programm zusammen, nahmen Kontakt mit den Autoren auf. „Meistens geht das so, dass man einen Autoren anspricht und von ihm dann weitere erfährt. Alle kann man aber nicht finden“, erzählt Andree Hauschild. Die Arbeit vereinfacht hat der Autoren-Zirkel, ein Zusammenschluss in der Nachbargemeinde Rommerskirchen.

Insgesamt 15 Schriftsteller, davon acht aus Grevenbroich, geben sich am 28. Januar im Museum ein literarisches Stelldichein, lesen zwei mal zehn Minuten. „Wer seine Zeit zu sehr überschreitet, wird ausgeblendet“, sagt Hauschild.

Die Bandbreite reicht von Lyrik über Kurzgeschichten bis zu Kriminalromanen - natürlich in Auszügen vorgetragen. „Mit dabei sind beispielsweise Pater Basilius aus dem Kloster Langwaden mit Lyrik und Dr. Friedrich Schmitz.“ Der Vorsitzende des Geschichtsvereins trägt „Grevenbroicher Geschichten“, historische Anekdoten, vor. Herbert Maaßen wird für Spannung sorgen.

In seinem Kriminalroman „In der Hand von Terroristen“ schildert er eine Flugzeugentführung. Extra aus dem Spessart reist der früher in Grevenbroich lebende Kurzgeschichten-Autor Willi Corsten an - „ein begnadeter Vorleser“, weiß Hauschild. Auf Englisch wird Mark Wills aus Rommerskirchen vortragen. Jan Christoph Hauschild, der Literaturwissenschaftler hat sich auch mit einer Heine- und Büchner-Biographie einen Namen gemacht, liest aus Erzählungen.

Sein Bruder Andree Hauschild passt, wie er sagt, „gar nicht so richtig“ in diese Autoren-Reihe. Der Hemmerdener hat mehrere Fachbücher über Bartagamen und andere Reptilien verfasst. Im Museum trägt er eine Geschichte über „Charly“, ein Chamäleon, vor. Wenn alles klappt, wird ihn ein solches Reptil auch bei der Lesung auf einer Palme „begleiten“.

Ebenfalls ans Mikrofon treten Alexandra Balzer und Andrea Tillmanns, Annemie Fetten-Winklhofer, Uschi Sieberichs, Bernhard Bleske, Aurelia Kirschbaum, Barbara Randzio und Maria Sassin.

Wer Lese-Appetit auf mehr verspürt, kann sich die Werke der Autoren im Museum am Büchertisch der Bücherstube Krause besorgen. Und die Stadtbücherei will laut Ursula Göthling „ein Regal mit Büchern heimischer Autoren einrichten, wir hoffen dafür auf Buchspenden“.

Quelle: NGZ


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