Grevenbroich (NGZ). Elsen-Fürth Der Energie-Konzern hat fünf Millionen Euro investiert, um die komplette Filtertechnik des 50 Jahre alten Wasserwerks auf den neuesten Stand zu bringen. Die Anlage mit ihren sechs mächtigen Kesseln ist gerade in Betrieb, da wälzt Martin Pöss (38) schon die nächsten Pläne. Sein Ziel: Ab dem kommenden Jahr sollen auch die Trinkwasserspeicher und Pumpstationen auf Vordermann gebracht werden.
„Das wird uns noch einmal gut fünf Millionen Euro kosten“, rechnet der Planungsleiter aus der RWE-Abteilung „Wasserversorgung“ vor. Den Zeitrahmen hat er eng gesteckt, denn innerhalb von zwei Jahren sollen die Arbeiten abgeschlossen werden. „Dann haben wir auf dem Galgenberg ein völlig neues Wasserwerk stehen - ausgerichtet auf die nächsten 30 Jahre“, unterstreicht Pöss.
Nachdem im vergangenen Jahr coliforme Keime im Fürther Wasserwerk festgestellt wurden, ist die gesamte Anlage - von den Brunnen bis zum Werksausgang - akribisch untersucht worden. „Wir haben danach viele Verbesserungsmaßnahmen realisiert“, erklärt Peter Schmitz (51), der als Bereichsleiter für die Wasserversorgung verantwortlich ist.
Wasserwerk Fürth
Die Firma RWE Power fördert in Elsen-Fürth Tiefenwasser und speist es in das Netz von zwei Versorgern ein: den Gas- und Wasserwerken Grevenbroich (GWG) und den Kreiswerken Grevenbroich. Versorgt werden große Gebiete der Stadt Grevenbroich und der Gemeinde Jüchen sowie Teile der Stadt Kaarst.
Bei diesem Komplett-Check wurde festgestellt, dass eine umfangreiche Sanierung der fünf Jahrzehnte alten Wasserspeicher notwendig ist. „Da wir den hohen Qualitätsstandard des Trinkwassers weiterhin sicherstellen wollen, haben wir uns gegen eine Renovierung und für einen Neubau ausgesprochen“, so Schmitz.
Einen konkreten Plan gibt es zurzeit allerdings nicht: „Wir überlegen noch, ob wir uns für eine runde oder eine eckige Anlage entscheiden sollen, auch die Materialauswahl wurde noch nicht getroffen“, erläutert Martin Pöss. Fest steht jedoch, dass die Speicheranlagen ausreichend dimensioniert sein müssen, damit rund 100 000 Menschen aus großen Teilen der Stadt Grevenbroich und der Nachbargemeinde Jüchen mit Trinkwasser versorgt werden können.
„Dieser Bereich benötigt stündlich etwa 900 Kubikmeter Wasser. Am Tag sind es rund 15 000, in den Sommermonaten sogar bis zu 20 000 Kubikmeter“, erläutert Peter Schmitz. Gewaltige Mengen, die - inklusive einer Notreserve - eine entsprechende Speicherkapazität verlangen. „Die Anlage wird größer als ein Schwimmbad sein“, betont RWE-Sprecher Manfred Lang. Mit einem Unterschied: Ins kühle Nass kann am Fürther Galgenberg niemand springen, denn die Speicher werden hermetisch abgeschlossen, um jegliches Risiko einer Verunreinigung auszuschließen.
Die Ursache für die im Vorjahr festgestellten coliformen Keime - die ein Indiz für eine mögliche Verunreinigung sein können - konnte übrigens nicht festgestellt werden. „Wir haben zwar mit Hilfe von renommierten Gutachtern ein umfangreiches Untersuchungsprogramm gestartet und entsprechende Verbesserungen eingeleitet, konnten aber die Quelle nicht finden“, erläutert Peter Schmitz.
Zwischenzeitlich wurde die Sicherheits-Chlorung eingestellt, seit Aschermittwoch wird wieder reines Trinkwasser in die kilometerlangen Versorgungsnetze gepumpt. Das kühle Nass wird aus einer Tiefe von 200 bis 250 Metern gefördert, es liegt noch unterhalb der Braunkohlenflöze. Die Qualität ist zwar nicht mit Mineralwasser zu vergleichen - „aber sie ist sehr, sehr gut“, meint Schmitz.
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