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Grevenbroich: Museum: Zittern um Zukunft

VON DANIELA BUSCHKAMP - zuletzt aktualisiert: 29.03.2010 - 21:47

Grevenbroich (NGZ). In den nächsten Wochen entscheidet der Landschaftsverband Rheinland (LVR), ob er Geld in das "Museum Villa Erckens" investiert. Entscheidet er sich dagegen, würde nach der NRW-Stiftung ein zweiter Geldgeber fehlen.

Was wird das Museum Villa Erckens bieten? Eine Frage des Geldes – zumal die NRW-Stiftung ihre Mittel (mindestens 50 000 Euro) zurückzog.  Foto:  M. Reuter
Was wird das Museum Villa Erckens bieten? Eine Frage des Geldes – zumal die NRW-Stiftung ihre Mittel (mindestens 50 000 Euro) zurückzog. Foto: M. Reuter

Was tun, wenn das Geld fehlt? Vor dieser Fragen stehen jetzt Verwaltung, Politik und Ehrenamtler, die sich für das neue Konzept eines "Museums der niederrheinischen Seele" stark gemacht haben. Ihr Problem: Die "NRW-Stiftung" hat den Förderantrag des Museumsfördervereins abgelehnt. Die Folge: Mindestens 50 000 Euro für die neuen Pläne fehlen. Jetzt wird die Entscheidung des Landschaftsverbands Rheinland, eines weiteren von sieben potenziellen Förderern, erwartet.

Droht jetzt der Domino-Effekt, ziehen sich nach einem Unterstützer jetzt weitere zurück? Eine Gefahr, die Martina Flick, Vorsitzende des Museumsfördervereins, gegenüber der NGZ bereits angedeutet hat: "Natürlich wäre das möglich."

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Museumskonzept

Mit Geld des Konjunkturpakets sollen der feuchte Keller, Heizung- und Klimatechnik saniert werden. Für das neue Konzept waren bei ersten Plänen 2,1 Millionen Euro Kosten veranschlagt worden. 2011 sollte es realisiert sein. 80 000 Euro sollte die Stadt beisteuern, für die übrige Summe wurden Unterstützer gesucht.

Am Montag nahm der Landschaftsverband selbst zu der aktuellen Entwicklung Stellung: Norbert Kühn, Leiter des Fachbereichs Kultur beim LVR, sagte: "Natürlich haben wir von dieser neuen Entwicklung gehört." Droht für Grevenbroich jetzt der Automatismus der gesperrten Geldhähne? Kühn verneint: "Nein, dieser Automatismus besteht nicht. Aber natürlich müssen wir erst noch die Gespräche mit der Stadt fortsetzen." So soll eine weitere Gesprächsrunde in der kommenden Woche terminiert sein. Kühn betont: "Wir haben noch keine Entscheidung getroffen."

Die Reaktion im Grevenbroicher Rathaus auf das "Nein" von der NRW-Stiftung: Optimismus. Bürgermeisterin Ursula Kwasny betont: "Auch ohne das Geld der NRW-Stiftung ist die Umsetzung des Museumskonzeptes nicht gefährdet." Mit weniger Geld müsse aber über eine "Abänderung des Konzepts" nachgedacht werden. Für nähere Informationen verweist sie auf den Ersten Beigeordneten Michael Heesch, der Montag wegen Dienstreise aber nicht zur Verfügung stand.

Am Donnerstag hatte die Verwaltung Vertreter aller Fraktionen über die Absage der NRW-Stiftung informiert. Norbert Gand, Fraktionschef der CDU, sagte Montag: "Diese Ablehnung ohne Begründung war sehr verwunderlich, zumal alle Signale positiv gewesen seien." Er hält das Museum im Stadtpark aus drei Gründen für "unverzichtbar": "Erstens muss der Museumsbetrieb wegen der Zweckbindung erhalten bleiben. Die Stadt müsste sonst sofort eine halbe bis eine Million Euro zahlen. Zweitens ist ein Museum mit hohen Besucherzahlen – 2009 kamen 16 000 Menschen – wünschenswert, drittens steht das Gebäude unter Denkmalschutz." Gand setzt auf die Atmosphäre der früheren Industriellen-Villa: "Jeder, der das Objekt einmal gesehen hat, wird erkennen, dass es erhaltenswert ist."

Quelle: NGZ


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