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Grevenbroich: Neuanfang bei „Knauber“

VON WILJO PIEL - zuletzt aktualisiert: 18.01.2007 - 21:47

Grevenbroich (NGZ). Der Großbrand von Dross hat auch positive Seiten: Denn die Firma zieht nun in das alte Knauber-Gebäude ein. Seit drei Jahren steht die Immobilie leer, die Besitzer suchten händeringend nach einem Nachmieter.

Platz satt: Markus Mirbach (32) zieht mit seinem Team in die ehemalige Knauber-Immobilie 
am Hammerwerk ein. Die unlängst abgebrannte Firma Dross versucht dort einen 
Neuanfang. Damit wird das Fachmarktzentrum wieder belebt.  Foto: M.Reuter
Platz satt: Markus Mirbach (32) zieht mit seinem Team in die ehemalige Knauber-Immobilie am Hammerwerk ein. Die unlängst abgebrannte Firma Dross versucht dort einen Neuanfang. Damit wird das Fachmarktzentrum wieder belebt. Foto: M.Reuter

Grevenbroich „Das Geschäft Dross kann doch ein Notquartier im alten Knauber-Gebäude haben. Die Stadt kann ja helfen.“ Das schrieb ein gewisser Christian Hilgers ins Internet-Gästebuch der Stadt Grevenbroich - und zwar am Sonntag, 7. Januar, dem Tag des verheerenden Brandes. Nicht die schlechteste Idee: Denn Dross zieht nun tatsächlich in die seit drei Jahren leer stehende Knauber-Immobilie ein, die Neueröffnung ist für den 2. Februar geplant.

Die entscheidenden Weichen hat Ulrich Held von der städtischen Wirtschaftsförderung gestellt. Er nahm am Tag nach dem Feuer den Kontakt mit der evangelischen Versorgungskasse für Pfarrer und Kirchenbeamte in Dortmund auf. Sie ist Eigentümerin des Geländes und sucht bereits seit geraumer Zeit händeringend nach einem Nachmieter. Keine 24 Stunden später war bereits ein Vor-Ort-Termin - man wurde sich rasch einig: „Eine tolle und vor allem schnelle Unterstützung“, freute sich am Donnerstag Markus Mirbach, Chef der Firma Dross.

Info

Ermittlungen

Das Unternehmen Dross fiel am 7. Januar einem verheerenden Feuer zum Opfer.
Der Sachschaden beläuft sich auf mehr als zwei Millionen Euro. „Wie der Brand
entstand, steht immer noch nicht fest“, erklärte am Donnerstag Polizeisprecher Hans-Willi Arnold auf Anfrage der NGZ. Die Ermittlungen dauern noch an. Mittlerweile hat ein Bagger die Reste der großen Halle niedergerissen und das Gelände zum Teil planiert.


Unterstützt von seinen zehn Mitarbeitern und ehrenamtlichen Helfern wie Siegfried Siegl aus Laach versucht Mirbach nun, den Laden wieder ans Laufen zu bringen: „Wir wollen am 2. Februar wieder unser volles Sortiment anbieten. Ich stehe derzeit in Kontakt mit allen namhaften Herstellern, um das in der Kürze der Zeit zu schaffen“, meint er. Zwar seien die versicherungstechnischen Angelegenheiten noch nicht abgewickelt worden, doch: „Gottseidank hat die Firma eine Lobby, so dass wir Valuta haben“, erklärt der 32-jährige Geschäftsmann.

Bis zum Ende des Jahres hat Mirbach einen Mietvertrag mit der Dortmunder Versorgungskasse abgeschlossen, „mit Verlängerungsoption“, wie er meint. Der Vertrag gilt für einen Teilbereich der insgesamt 3600 Quadratmeter großen Immobilie - und zwar für das ehemalige Gartencenter. Das Glashaus hat eine Nutzfläche von rund 1500 Quadratmetern und ist damit fast so groß wie die abgebrannte (und mittlerweile niedergerissene) Dross-Halle an der Bergheimer Straße. Dass der neue Standort sicher ist, hat Peter Hilgers bestätigt. Der Sachverständige untersuchte die Halle auf mögliche brandschutztechnische Mängel, konnte aber Entwarnung geben.

„Der Einzug von Dross ist wichtig für das Fachmarktzentrum am Hammerwerk. Es sorgt für zusätzliche Belebung, die hier lange Zeit fehlte“, meint Ulrich Held. Was am ehemaligen Standort der Firma entstehen wird, ist noch unklar: „Anderthalb Wochen nach dem Brand ist es sicherlich noch zu früh, darüber eine Aussage zu treffen.

Wir stehen aber in engem Kontakt mit dem Besitzer und gehen fest davon aus, dass dort wieder etwas für den Handel entstehen wird“, gibt sich der Wirtschaftsförderer zuversichtlich. Die Frage, ob Dross möglicherweise an den alten Standort zurückkehren könnte, lässt Markus Mirbach denn auch zurzeit noch offen: „Ich weiß nicht, ob Knauber eine langfristige Sache ist. Momentan denken wir von heute auf morgen - wir müssen sehen, ob die neue Halle angenommen wird und wie sich die Umsätze entwickeln.“

Um neue Weichen für das Fachmarktzentrum zu stellen, arbeitet die Stadt an einer Bebauungsplan-Änderung. „Der alte Plan war stark auf Knauber ausgerichtet, der neue soll auch die Ansiedlung anderer Unternehmen dort ermöglichen. Voraussetzung: Sie dürfen kein innenstadtrelevantes Sortiment anbieten“, betont Ulrich Held.

Quelle: NGZ


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