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Grevenbroich: Neuer Glanz für „gute Stube“

VON LINA WÖHL - zuletzt aktualisiert: 16.03.2008 - 21:30

Grevenbroich (NGZ). Hülchrath Sechzig Liter Wandfarbe, jede Menge Malerkrepp und Schutzfolien: Drei Tage lang arbeiteten die Mitglieder des Jägerzugs „Schöne Jungs“ im Sebastianushaus. Zum ersten Mal seit zwanzig Jahren wurde das Pfarrheim der Sebastianus-Gemeinde in Hülchrath renoviert.

Die Mitglieder des Hülchrather Jägerzugs „Schöne Jungs“ griffen ehrenamtlich zu Farbe und Pinsel . Insgesamt arbeiteten sie drei Tage lang im Sebastianushaus.  Foto: NGZ
Die Mitglieder des Hülchrather Jägerzugs „Schöne Jungs“ griffen ehrenamtlich zu Farbe und Pinsel . Insgesamt arbeiteten sie drei Tage lang im Sebastianushaus. Foto: NGZ

Pünktlich zu Ostern erstrahlt das denkmalgeschützte Haus nun in neuem Glanz. Toni Kirschbaum, einer der „Schönen Jungs“, ist amtierender König der St. Sebastianus-Schützenbruderschaft. „Das Sebastianushaus ist unsere Residenz“, erklärt Zugführer Georg Nellen. Deshalb packten die Männer des Königszugs tatkräftig mit an.

Während der Arbeit hörten alle auf das Kommando von Ralf Offer: Der gelernte Maler wies seine sechs Mitstreiter in die Kunst des Streichens ein. Treppenhaus, Saal und Empore leuchten nun in einem hellen Sandgelb. „Das Sebastianushaus ist die gute Stube unseres Ortes“, sagt Kirchenvorstands-Mitglied Peter Lys. Hier treffen sich die Vereine des Dorfes, der Chor, die Bruderschaftler. „Nach fast zwanzig Jahren war es einfach notwendig, hier mal gründlich zu renovieren“, so Lys. Er betont: „Bisher sind alle Hülchrather sehr pfleglich mit ihrem Sebastianushaus umgegangen. Trotzdem, so viele Jahre gehen nicht spurlos an einem viel genutzten Haus vorbei. Das ist jetzt die erste größere Renovierung.“

Info
Ehemalige Kapelle


Das heutige Sebastianushaus wurde 1735 erbaut. Die einstige Kapelle erfüllte
ihre Funktion bis zur Errichtung der Pfarrkirche im Jahre 1912. Das Sebastianushaus ist heute „die gute Stube“ Hülchraths. Am Gebäude ist ein Metallschild angebracht, auf dem Erklärungen über die Geschichte und Nutzung des Sebastianushauses zu finden sind.

Schon am Donnerstag startete Maler Ralf Offer: „Ich habe die Wände verputzt und verspachtelt“, erzählt der Hülchrather. Viel Zeit nahm auch das Abkleben in An-spruch. „Für Laien ist das schon ziemlich knifflig“, sagt Offer. Viele Ecken im Saal, Lampen und Holzverkleidungen machten die Streicharbeiten kompliziert. „Aber wenn man ein bisschen Ahnung davon hat, dann geht das gut“, so der 43-Jährige. Er lobt seine Mitstreiter: „Ich zeige den Jungs, was sie machen sollen. Und dann setzen sie das auch gut um.“ Am Samstag Nachmittag konnten die freiwilligen Helfer Pinsel und leere Farbeimer einpacken und - übersät mit Farbtupfern - ihr Werk begutachten.

Die ehemalige Sebastianuskapelle in der Ortsmitte wurde von 1737 bis 1912 als Kirche genutzt. Nach der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg wurde das Dach in den 1950er Jahren erneuert. Später wurde das alte Haus mit Hilfe des Kölner Erzbistums zum Pfarrheim für die Sebastianus-Gemeinde umgebaut. „Das Sebastianushaus ist ein wichtiger Ort für ganz Hülchrath“, unterstreicht Peter Lys. „Hier trifft man sich, hier findet ein großer Teil unseres Dorflebens statt.“ Deshalb sei er froh, dass zahlreiche Hülchrather sich nach Kräften um das Pfarrheim kümmerten. „Gemeinsam können wir auch hier viel bewegen.“

Am Gründonnerstag treffen sich die Katholiken der Sebastianus-Gemeinde zur Abendmahlsfeier im frisch renovierten Saal. „Es war nicht geplant, dass wir jetzt genau zu Ostern fertig sind“, sagt Peter Lys. „Aber das ist natürlich ein schöner Zufall.“ Allerdings: Noch sind nicht alle Arbeiten beendet. „Wir müssen noch die Seniorenstube, die ehemalige Bücherei und die Eingangstür neu streichen. Danach sind wir erstmal fertig mit der Renovierung des Hauses“, nennt Lys das Ziel für die kommenden Wochen. Auch dabei setzt der Kirchenvorstand wieder auf Freiwillige: „Für diese Arbeiten suchen wir gerade nach Helfern. Aber ich bin zuversichtlich, dass wir da jemanden finden werden.“

Am Montag in der NGZ: Porträt Hans Offer

Quelle: NGZ


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