Grevenbroich (NGZ). Grevenbroich Grevenbroich ist Dr. Ulrich Hermanns ein Begriff. Und ausnahmsweise war es einmal nicht Horst Schlämmer, der den in Münster lebenden Wissenschaftler auf den Namen dieser Stadt brachte.
Denn Hermanns ist gebürtiger Grevenbroicher, er baute am Erasmus-Gymnasium sein Abitur, familiäre Bindungen ziehen ihn regelmäßig zurück an die Erft. Neben seiner beruflichen Reputation bringt er insofern ideale Voraussetzungen für die Neukonzeption des Museums Villa Erckens mit sich.
Der Landschaftsverband Rheinland (LVR) investiert 30 000 Euro in dieses Konzept, das dem ehemals auf die Völkerkunde spezialisierten Museum neuen Schwung verleihen soll - „für eine Dauer von mindestens zehn bis 15 Jahren“, wie LVR-Kulturamtsleiter Dr. Norbert Kühn meint.
Dass das Geld in Ulrich Hermanns gut investiert ist, davon ist Dr. Peter Joerißen vom Rheinischen Archiv- und Museumsamt überzeugt: „Er ist nicht nur Kunsthistoriker, sondern hat auch ein kompetentes Team hinter sich, das sich aus Wissenschaftlern, Architekten, Grafikern und Medienplanern zusammensetzt. Seine bisherigen Arbeiten sprechen für sich“, erklärte er.
Es geht weiter
Trotz der Neukonzeption geht es in der Villa Erckens weiter: Schon am Sonntag, 21. Oktober, wird dort die nächste große Ausstellung eröffnet. Sie dreht sich um Arnold von Harff, Ritter, Pilger und Dichter (1471-1505).
In der Tat kann Ulrich Hermanns zahlreiche Referenzen vorweisen, die er mit seinem schwerpunktmäßig auf Kultur und Natur ausgerichteten Büro („Ausstellung, Medien, Transfer“) bereits umsetzte oder derzeit plant. Unter anderem gab er der Historischen Ausstellung in der Essener Villa Hügel ein neues Gesicht, konzipierte das Westfälische Pferdemuseum in Münster und tüftelt zurzeit an einer Machbarkeitsstudie für einen „Unterirdischen Zoo“, der in Osnabrück angesiedelt werden soll.
Welche Pläne er für die Villa Erckens hat, lässt er indes offen, ebenso nennt er noch keinen Abgabe-Termin für sein Konzept: „Gut Ding will halt Weile haben“, meint Hermanns gelassen. Seine Zielrichtung hat er jedoch klar definiert: Der Münsteraner will dem Museum seiner Geburtsstadt ein „Alleinstellungsmerkmal“ verleihen.
Oder schlichter ausgedrückt: Die Villa soll zu etwas Besonderem unter den knapp 400 Kulturtempeln im Rheinland werden - „und keinesfalls ein Heimatmuseum“. Was LVR-Kulturamtsleiter Kühn begrüßt: „Denn die Museen stehen heute unter einem enormen Druck. In Grevenbroich wird es letztlich auf ein langfristig tragbares und vor allem erfolgversprechendes Konzept ankommen.“
Ob der Landschaftsverband Rheinland auch das Umsetzen von Ulrich Hermanns’ Ideen zahlen wird, steht zurzeit nicht fest. Norbert Kühn hält sich bei dieser Frage noch bedeckt: „Sobald ein vernünftiges Konzept vorliegt, wird es seinen Gang durch die Gremien antreten. Der LVR hat sich das Ziel gesetzt, die Museumslandschaft im Rheinland zu stärken. Im Prinzip hat jede Kommune, die einen Antrag einreicht, die Chance, mit Fördergeldern bedacht zu werden.“
Grevenbroichs Kulturdezernent Michael Heesch hofft in diesem Zusammenhang auf einen prominenten Fürsprecher. Nämlich Landrat Dieter Patt, der Vorsitzender des LVR-Kulturausschusses ist und schon die 30 000 Euro für Museumskonzept organisierte. „Es wäre schön, wenn er uns weiter unterstützen würde.“
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