Umfangreiche Maßnahmen in 2002 geplant (NGZ). Die Pappeln müssen raus - stattdessen sollen Edellaubhölzer wie Eichen, Linden, Ahornarten oder Ulmen im Grevenbroicher Stadtwald für sattes Grün sorgen. "Auch im kommenden Jahr werden wir wieder zahlreiche Pappeln fällen", erläutert Hubert Kaiser, Forstdirektor beim Mönchengladbacher Forstamt. Die Pappeln müssen raus und werden durch Edellaubhölzer wie Ahorn und Eichen ersetzt. Noch bis März dauern die Arbeiten im Stadtwald. Auch in 2002 werden rund zehn Hektar des Forstes neu bepflanzt. NGZ-Foto: H. Jazyk
Während die Arbeiten in der Schloss-Stadt selbst von Stadtförster Frank Wadenpohl organisiert werden, helfen die Beamten in Mönchengladbach bei der Planung. "Wir erarbeiten einen Jahresplan zu den einzelnen Tätigkeitsbereichen wie Holzeinschlag, Neueinpflanzung, Bestandspflege der Pflanzen und Waldpflege", erläutert Kaiser. Dieser Jahresplan hat die politischen Hürden genommen und wird jetzt bis März umgesetzt. Einfach zu züchten und schnell wachsend entwickelten sich die Pappeln zum Favoriten der Waldplaner nach dem Zweiten Weltkrieg. "Fast vollflächig wurden sie damals zum Wiederaufbau der Waldflächen gepflanzt", berichtet der Forstdirektor. Damals sei der Wald ähnlich wie ein Acker geplant worden. Heute werden Edellaubhölzer wie Eichen, Linden oder Ahornarten bevorzugt: "Acht bis zehn Hektar Wald pro Jahr" werden, so Kaiser, direkt nach dem Abholzen neu bepflanzt.
Kostenpunkt für Pflanzen und Maschinen rund 53.000 Mark, Löhne für Forstarbeiter und Firmen zirka 800.000 Mark. Etwa 400.000 Mark will die Stadt Grevenbroich aus Holzverkäufen erwirtschaften. Wenn die Pappeln gefällt werden, muss die Stadt auch für die Sicherheit sorgen "Sie ist als Eigentümerin des Waldgebiets sonst haftbar", erläutert Hubert Kaiser. Allein 150.000 Mark werden auch im Jahr 2002 wieder dafür ausgegeben werden, um Autos und Fußgänger bei den Fällaktionen zu schützen. Den Baumbestand pflegen ist eine weitere Aufgabe der Förster - "Dazu haben wir umfangreiche Bodenkarten vorliegen, nach denen wir planen", berichtet Hubert Kaiser. Wenn ein Baum gefällt wird, wird oft schon direkt eine neuer gepflanzt. Wichtig für die Auswahl der Pflanzen sei neben der Art des Bodens auch der Zustand der Wasserversorgung. "In einem Gebiet, in dem sich der Grundwassserstand verändert, können zum Beispiel keine Bäume wie Erlen, die viel Wasser benötigen, angepflanzt werden", erläutert der Forstdirektor.
Außerdem müssen die Bäume auch vor hungrigem Wild geschützt werden. Wenn neue Baumarten gepflanzt werden, verhält sich das Wild oft wie ein Feinschmecker und möchte dieses Futterangebot probieren", so die Erfahrung von Kaiser. Bitterstoffe, die auf die Pflanzen aufgebracht werden, oder schützende Manschetten bewahren die Jungpflanzen vor Schaden, wenn Hirsch und Reh zu kräftig zubeißen. Dass der Wald zu den täglich genutzten und beliebten Erholungszielen zählt, hinterlässt auch auf den Wegen Spuren. "Von der Beliebtheit des Waldes kann sich jeder überzeugen, der im Wald arbeitet", weiß der Forstdirektor zu berichten. Dementsprechend müssten auch die Waldwege jedes Jahr wiederhergerichtet werden. busch
Die neuesten Nachrichten und Berichte aus Politik, Wirtschaft, Panorama, Sport, Kultur, Gesellschaft, Wissenschaft, Multimedia, Auto,
Reise und Beruf - im Archiv auch gratis recherchierbar. Dazu die besten Bilder, Live-Ticker, Kolumnen und Hintergrundberichte.