Grevenbroich (NGZ). Die Bezirksregierung Düsseldorf schickt regelmäßig Qualitätsprüfer an Schulen, im Juni auch an die Katholische Grundschule Stadtmitte: Dort werden Stunden besucht und Gespräche geführt. Ergebnis: eine Qualitätsanalyse.
Schüler kennen es: Für ihre Leistungen erhalten sie Noten von "sehr gut" bis "ungenügend". Doch auch Lehrer werden beurteilt: Bei ihnen heißt dies Qualitätsanalyse. Was sich dahinter verbirgt, erläutert Jennifer Spritzner von der Bezirksregierung Düsseldorf: "Alle Schulen – von der Grundschule bis zum Gymnasium – werden von speziell ausgebildeten Qualitätsprüfern besucht. Die einzelnen Schulen werden zufällig ausgewählt."
Dieser Zufall führt die Prüfer im Juni für drei Tage nach Grevenbroich. Dort werden sie die Katholische Grundschule Stadtmitte nach einem minuziös festgelegten Ablaufplan aufsuchen. Was das für Lehrerinnen und Schüler bedeutet, erläutert Rektorin Veronika Majehrke-Feldmann: "Der Prozess beginnt mit dem Schreiben der Einladungen an Menschen und Behörden, die in die Analyse eingebunden sind. Dazu gehören etwa die Stadt Grevenbroich als Schulträger, das Schulamt des Rhein-Kreises Neuss als Dienstaufsichtsbehörde und die Schwerbehindertenvertretung." Dann müssten die Unterlagen bereitgestellt werden, die die Schulentwicklung der vergangenen drei Jahre dokumentierten, dazu gehören Konferenzbeschlüsse, Konzepte und Projekte. Praktisch sei zu regeln, wie die Kommission bei ihrem Besuch in der Schule unterzubringen ist; sie wird vom 21. bis 23. Juni, jeweils von 7 bis 17 Uhr, in der Grundschule sein. "Jedes Fach und jede Klasse wird im Unterricht mehrfach besucht. Außerdem werden nicht nur Schulleitung und Pädagogen Interviews geführt, sondern auch mit maximal zwölf, zuvor ausgewählten Eltern und Schülern", so die Rektorin. Das entstandene Bild der Schule werde nun mit dem Bild aus den Unterlagen verglichen; der gewonnene Gesamteindruck werde als Wertung zurückgemeldet.
Qualitätsanalyse
Folgende sechs Bereiche werden von den externen Qualitätsprüfern bewertet: Ergebnisse der Schule, Lernen und lehren, Schulkultur, Führung und Schulmanagement, Professionalität der Lehrer sowie Ziele und Strategien der Qualitätsentwicklung. Die Bewertung erfolgt in vier Stufen.
Was diese Analyse bringen soll: "Die Qualitätsprüfer werfen einen Blick von außen auf die internen Schulprozesse", erläutert die Sprecherin der Bezirksregierung. "So sollen die Schulen eine differenzierte Rückmeldung über ihre Stärken erhalten und Verbesserungsbereiche deutlich werden." Warum es aber keinesfalls gehe: Die Unterrichtsqualität von einzelnen Lehrern zu beurteilen. Für den abschließenden Entwicklungsstand einer Schule werden die Prüfer eine Skala von Stufe 4 ("vorbildlich") bis hin zu Stufe 1 ("erheblich entwicklungsbedürftig") nutzen.
Veronika Majehrke-Feldmann rechnet "ein bis zwei Monate später" mit dem Ergebnis. Dieses werde in den Schulgremien und zu mit der Schulaufsicht diskutiert und analysiert; "für Mängel werden Zielvereinbarungen getroffen."
Den Eltern können die Analyse einsehen. Sie müssen die Bewertungskriterien nicht interpretieren: Sie sind selbsterklärend wie die Noten der Kinder.
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