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Grevenbroich: Öko-Becken gegen Fischsterben

VON WILJO PIEL - zuletzt aktualisiert: 13.09.2010

Grevenbroich (NGZ). Nach starken Regenfällen trieben in der Vergangenheit Hunderte von toten Fischen im Neuenhausener Graben.

Solche Szenen sollen bald ein Ende haben: Der Erftverband investiert rund 2,5 Millionen Euro in ein neues Projekt.
In Zukunft soll bei extremem Regen kein Schmutzwasser mehr in den Neuenhausener Graben gelangen. Es war zum Fischsterben gekommen.  Foto:  M. Reuter
In Zukunft soll bei extremem Regen kein Schmutzwasser mehr in den Neuenhausener Graben gelangen. Es war zum Fischsterben gekommen. Foto: M. Reuter

Hunderte von Bitterlingen und Steinbeißern trieben mit dem Bauch nach oben im Wasser. Das versetzte in den vergangenen beiden Jahren die Spaziergänger entlang des Neuenhausener Grabens in Alarmstimmung. Das Sterben der kleinen Fische hatte eine Ursache: Durch Störungen im Regenüberlaufbecken an der Bruchstraße geriet Schmutzwasser in den Bach und raubte den Tieren den Sauerstoff. Künftig soll das nicht mehr vorkommen, denn der Erftverband steuert nach: "Für 2,5 Millionen Euro werden wir die Regenwasserbehandlung im Ort sanieren", sagt Heinrich Dahmen (54). Was den Planer aus Bergheim freut: Das Land übernimmt die Hälfte der Kosten.

Info

Neuenhausener Graben

Fische Im Neuenhausener Graben leben Bitterlinge und Steinbeißer. Diese nur wenige Gramm schweren Fische stehen auf der Roten Liste der bedrohten Arten.

Ökosystem Der Neuenhausener Graben ist ein Laichgewässer für Amphibien, ein Nahrungsrevier für den Graureiher und den Eisvogel sowie ein Biotop für viele Libellenarten.

Bei extremen Niederschlägen kam es immer wieder zu Problemen im Bereich des Neuenhausener Grabens. "Schmutz- und Regenwasser wurden in großen Mengen stoßartig in dieses kleine, leistungsschwache Gewässer am Ortsrand eingeleitet", erklärt Dahmen: "Wir reden hier von 1500 bis 2000 Litern pro Sekunde, normal sind 100 Liter. In der Erft würde das nicht weiter auffallen, aber ein solch kleines Bächlein hält das nicht aus."

Die aus den 60ern stammenden Überlaufbecken an der Main- und Willibrordusstraße sind in die Jahre gekommen, sie werden in absehbarer Zeit vom Erftverband saniert. "Wir haben die zuständigen Behörden bereits über unser Vorhaben informiert, die Genehmigungsanträge werden nun eingereicht", betont Heinrich Dahmen. Er geht davon aus, dass die Arbeiten im nächsten Frühjahr starten können.

Wesentlicher Bestandteil des Sanierungsplans ist ein sogenanntes Retentionsfilterbecken, das an der Einleitstelle zum Neuenhausener Graben errichtet werden soll. "Das ist eine Besonderheit, die wir nicht jeden Tag bauen", erläutert Dahmen. Zum Vergleich: Etwa 25 dieser Anlagen gibt es im gesamten Verbandsgebiet, demgegenüber stehen rund 300 herkömmliche Regenüberlaufbecken.

Hinter der Anlage mit dem komplizierten Namen steht ein naturbelassenes Becken, das mit Schilf bepflanzt und mit einer etwa einen Meter dicken Schicht aus Sand und Kies zum Untergrund hin abgedichtet wird. "Das fügt sich sehr gut in die Landschaft ein", meint der Vertreter des Erftverbandes. Und es soll einen wirksamen Schutz für die Bewohner des Grabens bieten. "Das Becken hat eine Kapazität von 1200 Kubikmetern. Um gegen größere Niederschläge gewappnet zu sein, wird in der Böschung über der Anlage ein weiteres, 2000 Kubikmeter fassendes Becken angelegt. Wir haben dort insgesamt 3200 Kubikmeter zur Verfügung, das reicht."

Die Naturschützer um den Grevenbroicher Umweltbeauftragten Norbert Wolf dürfte es freuen. Sie hatten in der Vergangenheit mehrfach das Fischsterben im Neuenhausener Graben beklagt.

Quelle: NGZ


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