Grevenbroich (NGZ). Der Platz der Republik bleibt, was er ist – eine große kostenlose Parkfläche. Nach Protesten des Einzelhandels machten die Politiker einen Rückzieher. Jetzt suchen sie nach neuen Plätzen, die mit Gebühren belegt werden sollen.
Der Einzelhandel atmet auf: "Eine gute Entscheidung", urteilt Fred Schlangen. Der Chef des Werberings war nicht ganz unbeteiligt daran, dass sich der Finanzausschuss jetzt gegen Parkgebühren auf dem Platz der Republik ausgesprochen hat. Denn vor den Etatberatungen hatte er eindringlich an die Politiker appelliert, die Park-Oase in Citynähe unbedingt zu erhalten: "Es wäre falsch, dort Gebühren zu erheben. Eine Innenstadt wie Grevenbroich kann nur funktionieren, wenn sie auch kostenlose Parkplätze im Angebot hat."
Der Appell kam an. Die Anträge von CDU, FDP und Grünen sind vom Tisch, es wird keine Parkscheinautomaten auf dem Kirmesplatz geben. "Wenn es dem Handel schadet, machen wir es halt nicht", meint CDU-Fraktionschef Norbert Gand. Ein anderes Argument, das gegen Gebühren auf dieser Fläche spricht: "Diejenigen, die dort heute kostenlos parken, würden in die Umgebung ausschwärmen – etwa an den Flutgraben und auf den Schweidweg. Damit hätten die Anwohner ganz sicher ein Problem", erklärt Holger Holzgräber (SPD).
Teures Pflaster
Wenn die Stadt den mit Schlaglöchern übersäten Platz der Republik bewirtschaften möchte, muss sie ihn auf Vordermann bringen. Die Kosten für eine Pflasterung des Geländes bezifferte Planungsdezernent Werner Hoffmann auf rund 500 000 Euro.
Von den Parkgebühren hatten sich die Politiker jährlich 100 000 Euro mehr in der Stadtkasse erhofft. Auf dieses Geld will der Ausschuss aber nicht verzichten. Er gab bei der Verwaltung ein Parkraum-Bewirtschaftungskonzept für das gesamte Stadtgebiet in Auftrag. Der Hintergrund: "Wir wollen wissen, wo wir Parkgebühren erheben können, ohne dem Handel zu schaden", erläutert Holzgräber.
In diesem Zusammenhang soll auch die Bahnstraße untersucht werden. Sie soll künftig nicht nur Platz für Autos bieten, sondern auch für Straßencafés und die Außenpräsentation von Geschäften. Wie das Viertel zwischen Fußgängerzone und der Bahnunterführung an der Rheydter Straße auf Chic getrimmt werden kann, soll im Rahmen einer Machbarkeitsstudie herausgefunden werden. Der Ausschuss genehmigte 25 000 Euro, damit sich ein Fachbüro eingehend mit dieser Frage beschäftigen kann. "Wenn wir dieses Quartier verschönern wollen, brauchen wir dieses Gutachten", argumentiert Norbert Gand: "Denn nur mit seiner Hilfe werden wir an die Stadtsanierungs-Zuschüsse des Landes gelangen."
Unabhängig von dieser Studie schlägt die CDU vor, den Abschnitt zwischen Breite Straße und Ostwall schon früher in Angriff zu nehmen. "Dort könnte mit geringen Eingriffen eine Verbesserung erzielt werden", sagt der Fraktionsvorsitzende. Mit Hilfe von Paletten, die versetzt an den Fahrbahnrändern angeordnet werden, sollen kleine Inseln für die Außengastronomie, aber auch Parkplätze entstehen. "Die Stadt soll hierfür eine Kostenanalyse stellen", fordert Gand. Er sieht in diesem Projekt auch ein gutes Betätigungsfeld für die Wirtschaftsbetriebe.
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